Experten vermissen „europäisches Silicon Valley“: High-Tech-Branche wartet sehnsüchtig auf Impulse der EU

Experten vermissen „europäisches Silicon Valley“
High-Tech-Branche wartet sehnsüchtig auf Impulse der EU

EU-Kommissionspräsident José Barroso fand Anfang des Monats hehre Worte: „Die Kommission wird sich in ihrem Drängen zu wirtschaftlicher Erneuerung nicht bremsen lassen“, sagte er bei der Vorstellung der europäischen Wachstumsstrategie. Vor allem auf eine bessere Förderung der Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation will die Brüsseler Behörde die EU-Staaten festnageln.

DÜSSELDORF. Beim deutschen IT-Verband Bitkom rennt Barroso damit offene Türen ein: „Das Thema Innovation gehört nicht nur in die Parteiprogramme, es gehört in die Verfassung“, fordert dessen Präsident Willi Berchtold.

Noch ist der Nachholbedarf groß – das Markenzeichen „Made in Europe“ zählt kaum etwas, wenn es um Computer & Co. geht. Bei Hardware oder systemnaher Software steht die „Alte Welt“ gegenüber den USA und Asien schlecht da, besser sieht es bei Unternehmenssoftware aus. Einen Spitzenplatz hat sich Europa dagegen beim Mobilfunk erkämpft.

„Der Mobilfunk ist eine große Stärke der europäischen Kommunikations- und Informationstechnologiebranche“, sagt Ulrich Kuhn, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Diamond Cluster. In Westeuropa kommen im Schnitt 80 Mobiltelefone auf 100 Einwohner, in den USA nur 60. „Dagegen gibt es bei der Verbreitung von Computern und schnellen Internetanschlüssen sowie bei der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien noch Nachholbedarf“, so Kuhn.

Nach Angaben der Unternehmensberatung Arthur D. Little haben in den europäischen Ländern nur zehn bis 40 Prozent der Haushalte einen schnellen Internetzugang. Deutschland liegt am unteren Rand, führend in der EU sind Länder wie die Schweiz und Holland, die aber immer noch schlechter dastehen als andere Nationen.

Eher trübe sieht es auch bei Computern aus. Fast alle bedeutenden Anbieter sitzen in den USA oder im asiatischen Raum. Einzig Fujitsu-Siemens wirft hier als europäischer Rechnerproduzent etwas Gewicht in die Waagschale. Geht es um systemnahe Programme wie etwa Betriebssysteme sind die Anbieter sogar ausschließlich amerikanischer Herkunft (IBM, Microsoft).

Etwas heller leuchtet der Stern von Europas IT-Zulieferindustrie. So spielt die deutsche Infineon in dem von Intel dominierten Chip-Markt eine Rolle, ebenso wie die französische ST Microelectronics und die niederländische Philips. Bei Unternehmenssoftware steht mit SAP ein deutscher Konzern an der Weltspitze, doch alle großen Wettbewerber sitzen in den USA.

Seite 1:

High-Tech-Branche wartet sehnsüchtig auf Impulse der EU

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%