Experten warnen vor wirtschaftlichen Folgen, wenn auch Menschen das Virus übertragen können: Investoren reagieren nervös auf die Ausbreitung der Vogelgrippe

Experten warnen vor wirtschaftlichen Folgen, wenn auch Menschen das Virus übertragen können
Investoren reagieren nervös auf die Ausbreitung der Vogelgrippe

Angesichts der schnellen Ausbreitung der Hühnerpest und neuer Warnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zieht nach der SARS- Epidemie das Gespenst einer neuen Gesundheits- und Wirtschaftskrise in Asien herauf. Doch Volkswirte warnen vor Panik.

HB NEU DELHI. Solange der Erreger nicht mutiere und von Mensch zu Mensch übertragbar werde, rechnen Experten mit begrenzten Folgen für die Konjunktur. So will die Ratingagentur Standard & Poor’s ihre Einschätzungen zur Kreditwürdigkeit der asiatischen Länder wegen der Vogelgrippe derzeit nicht senken. „Wir sehen keinen direkten Einfluss“, sagte Ratingdirektor Ping Chew.

Trotzdem reagieren Investoren nervös: Obwohl die Fluggesellschaften bislang keine sinkenden Passagierzahlen melden, hat Korean Air seit dem 8. Januar in einem steigenden Marktumfeld gut 12 % ihres Börsenwertes verloren. Auch die Kurse von Japans Fluggesellschaften sind unter Druck, obwohl sich die Vogelgrippe dort bisher auf eine Farm beschränkt. Ein Bloomberg- Spezialaktienindex aus 27 Fluglinien- und Reisewerten gab gestern um 1,4 Prozentpunkte nach. Europas Reisemarktführer, die Tui AG, hat eigenen Angaben zufolge aber weder Umbuchungen noch Stornierungen registriert.

Nachdem gestern auch Laos und China den Ausbruch der Krankheit bestätigt haben, sind in Asien inzwischen zehn Länder betroffen (siehe Karte). In Thailand starben bislang zwei, in Vietnam sechs Menschen. Bisher haben sich alle Infizierten direkt bei Hühnern angesteckt. Falls der Krankheitserreger über längere Zeit in menschlichen Körpern und Tieren zirkuliere, bestehe aber das Risiko einer festen Übertragungskette, warnte die WHO in Genf. Dann könnte sich die Vogelgrippe zu einer weltweiten Seuche ausbreiten. Die Gefahren der Tierseuche seien jedoch im Gegensatz zu den Risiken der Lungenkrankheit SARS bekannt, so die WHO. Wirksame Medikamente gebe es bereits, und die Erforschung eines Impfstoffes für Menschen mache gute Fortschritte.

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