Explosion am nordkoreanischen Nationalfeiertag
Nordkorea will Berg in die Luft gesprengt haben

Nordkorea hat eine Erklärung für die gewaltige Explosion abgegeben, die Befürchtungen über einen möglichen Atomwaffentest ausgelöst hatte. Man habe für ein Wasserkraftprojekt einen ganzen Berg in die Luft gesprengt, teilte der nordkoreanische Außenminister Paek Nam Sun einem britischen Regierungsvertreter mit, der sich derzeit zu Besuch in dem Land aufhält.

HB SEOUL. „Es war weder eine Atomexplosion noch ein Unfall. Es war eine kontrollierte Sprengung eines Berges im abgelegenen Norden des Landes“, zitierte der britische Sender BBC am Montag Nordkoreas Außenminister Paek Nam Sun. Nordkorea gestattete nach britischen Angaben westlichen Diplomaten, den Ort der Explosion zu besuchen. Erste Agentur-Berichte am Sonntag, wonach eine auf Satelliten-Bildern zu erkennende Wolke einem Pilz ähnlich sah, hatten Spekulationen über einen heimlichen Atomtest Nordkoreas ausgelöst. Sowohl die Regierungen der USA als auch Südkoreas hielten einen Atomwaffentest jedoch für unwahrscheinlich. Auch die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, bei der Explosion habe es sich dem nordkoreanischen Außenministerium zufolge um Vorbereitungen für den Bau eines Kraftwerks gehandelt.

Paek äußerte sich der BBC zufolge bei einem Gespräch mit dem britischen Staatssekretär im Außenministerium Bill Rammell in Pjöngjang. Paeks Äußerungen waren die ersten eines nordkoreanischen Regierungsvertreters, seit die Explosion in der Region Ryanggang an der chinesischen Grenze am Sonntag bekannt geworden war. Auf die Frage, warum sich die nordkoreanische Regierung nicht früher geäußert habe, habe Paek dem britischen Gast geantwortet, alle ausländischen Journalisten seien Lügner, berichtete die BBC. Die Detonation hat sich nach Satelliten-Bildern bereits am Donnerstag ereignet.

Rammell sagte auf dem Rückflug von Pjöngjang vor Journalisten, er habe den Vize-Außenminister Nordkoreas gefragt, ob britische und andere Botschafter den Ort der Explosion besichtigen dürften. „Ich bin sehr erfreut, dass Nordkorea zugestimmt hat,“ sagte Rammell. Der britische Botschafter in Nordkorea, David Slinn, werde den Schauplatz der Großexplosion in der entlegenen Region Ryanggang schon am Dienstag besuchen, hieß es weiter.

Südkoreas Finanzmärkte, die in der Vergangenheit Nachrichten aus dem Norden sehr sensibel aufnahmen, zeigten keine größeren Reaktionen auf die Explosionsmeldungen. Die Zeitung „JoongAng Ilbo“ berichtete, der südkoreanische Geheimdienst habe am Donnerstag zwei Explosionen bemerkt. Dies deute auf einen Unfall in einem unterirdischen Munitionsdepot der nordkoreanischen Streitkräfte hin. Die Explosion ereignete sich zu einer Zeit, in der Diplomaten versuchen, Nordkorea zur Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm zu bewegen. An den bislang ergebnislos gebliebenen Verhandlungen nehmen neben Nordkorea und den USA auch China, Japan, Südkorea und Russland teil. Die USA werfen Nordkorea vor, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu verfolgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%