Explosion
Französin bei Bombenanschlag in Kairo getötet

Bei einem Bombenanschlag auf einen bei Touristen beliebten Basar ist am Sonntag in Kairo eine 17 Jahre alte Französin getötet worden. Mehr als 20 Menschen, darunter ein Deutscher, wurden nach ägyptischen Angaben verletzt.

HB KAIRO/PARIS/BERLIN. Nach dem Bombenanschlag wurden laut US-Nachrichtensender CNN zwei Verdächtige festgenommen. Zur Identität des Mannes und der Frau teilten die ägyptischen Sicherheitsbehörden keine Einzelheiten mit. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Nach französischen Medienangaben gehörte die getötete Schülerin aus Levallois-Perret bei Paris zu einer Jugendgruppe. Von den Heranwachsenden seien 17 verletzt worden, als sie ihre letzten Einkäufe vor dem Rückflug machen wollten. Bis auf drei konnten alle das Krankenhaus bis Mitternacht wieder verlassen. Die Gemeinde im Département Hauts-de-Seine richtete ein Krisenzentrum zur Betreuung der Angehörigen ein, schrieb die Zeitung „Le Parisien“.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte am Sonntagabend, nach „derzeitigem Kenntnisstand“ sei der Deutsche leicht verletzt worden. Er liege in einem Krankenhaus in der ägyptischen Hauptstadt. Die deutsche Botschaft in Kairo sei eingeschaltet und um Aufklärung bemüht.

Zu dem Hergang der Explosion sagte ein Polizist nach Angaben des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira: „Es war ein Sprengkörper, vielleicht eine Handgranate.“ Augenzeugen berichteten, der Sprengkörper sei aus einem Hotel auf die Menschen geworfen worden. Nach offiziellen Angaben war der Sprengkörper unter einer Sitzgelegenheit aus Stein versteckt, hieß es bei CNN.

Passanten wurden durch umherfliegende Steinsplitter und Marmorteile verletzt. Auf dem Platz vor der Moschee waren Blutspuren zu sehen. Einen zweiten Sprengsatz konnten die Sicherheitskräfte den Angaben zufolge entschärfen.

„Ich habe gebetet und es gab einen lauten Knall“, sagte Augenzeuge Mohammed Abdel Asim dem Sender. „Die Leute liefen in Panik aus der Moschee. Dann kam die Polizei und sperrte den Haupteingang. Wir sind aus der Hintertür ins Freie gelangt.“

Es war zunächst unklar, wer die Täter waren und ob gezielt Touristen getroffen werden sollten. Die Moschee wurde evakuiert, das Gelände abgeriegelt. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in der Nähe gebracht.

Der Khan-el-Khalili-Basar befindet sich in der Kairoer Altstadt unweit der historischen Hussein-Moschee. Zuletzt waren im April 2005 in diesem Viertel bei einem Bombenanschlag zwei Touristen getötet und 18 weitere verletzt worden. In den 90er Jahren war Ägypten Schauplatz einer Serie blutiger Anschläge ägyptischer Terrorgruppen gegen Touristen.

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