Explosion in Bagdad
US-Soldat im Irak durch Sprengsatz getötet

In der Nähe der britischen Botschaft in Bagdad sind in der Nacht zum Montag zwei Sprengsätze explodiert. Dabei wurde nach Angaben von Augenzeugen ein Lastwagenfahrer verletzt, der Dokumente zu der britischen Vertretung bringen sollte. Das Botschaftsgebäude im Stadtteil Salhija wurde nicht beschädigt. Vergangene Woche waren bei einem Autobombenanschlag auf die jordanische Botschaft mindestens 13 Menschen getötet worden.

HB/dpa BAGDAD/KAIRO. Im selben Viertel wurden am Montag acht Mitglieder des Obersten irakischen Gerichtshofes vereidigt. Die Richter waren vor zehn Jahren vom inzwischen entmachten Präsidenten Saddam Hussein wegen ihrer unabhängigen Rechtsprechung aus dem Dienst entfernt worden. Sie hatten sich damals geweigert, die Todesstrafe gegen einen Mann zu verhängen, der einen Bekannten von Saddams Sohn Udai getötet haben sollte.

Das US-Zentralkommando bestätigte unterdessen den Tod eines amerikanischen Soldaten durch eine Sprengstoff-Attacke in der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba. Bei dem Angriff neben einer Polizeistation seien zwei weitere US-Soldaten verletzt worden.

Nach Angaben des arabischen TV-Senders El Dschasira forderten in Nasirija rund 3000 Demonstranten den Rücktritt des neu eingesetzten Gemeinderats. Dieser vertrete nur die Interessen der Besatzungsmacht und repräsentiere nicht die Einwohner der Stadt. Zu der Demonstration in der mehrheitlich von schiitischen Moslems bewohnten Stadt hatten islamische Parteien aufgerufen.

Deas Oberhaupt des Hohen Rats für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI), Ayatollah Mohammed Bakr el Hakim, rief die Mitglieder des provisorischen irakischen Regierungsrats auf, die Ministerposten möglichst rasch zu besetzen. Auch die Kämpfer der irakischen Kurdenparteien und die „Gotteskrieger“ der Badr-Brigaden - der bewaffnete Arm des SCIRI - müssten bei der Auswahl der führenden Beamten für die Ministerien berücksichtigt werden, erklärte er in der Zeitung der Partei, „Al-Adala“. Dadurch solle ihr Einsatz im Kampf gegen das Saddam-Regime gewürdigt werden.

Die Zeitung forderte in ihrer Ausgabe vom Montag außerdem auf, die Paläste Saddams zu räumen. Es sei nicht richtig, dass sich die US- Armee darin breitgemacht habe. Die Paläste gehörten dem irakischen Volk.

El Dschasira berichtete, ein US-Soldat habe in Bagdad versehentlich zwei irakische Polizisten erschossen. Er habe sie für für Gegner der Besatzungsmacht gehalten, die einen Sprengsatz anbringen wollten. Nach Informationen des Senders griffen Iraker am Montag US-Soldaten am zentralen Tahrir-Platz mit Handgranaten an. Augenzeugen sagten, mehrere Soldaten und irakische Zivilisten seien verletzt worden.

Der US-Gesandte für den Nahen Osten, William Burns, erklärte am Montag in Kairo nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, die Araber sollten den provisorischen Regierungsrat des Irak unterstützen. Die Außenminister der Arabischen Liga hatten es in der vergangenen Woche abgelehnt den Rat offiziell anzuerkennen.

dpa da/zh/abc xx hi

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