Explosion in Moschee im Zentrum Bagdads
Anschlagserie im Irak geht weiter

Im Zentrum Bagdads hat sich am Dienstag in einer Moschee eine Explosion ereignet. Die Zahl der Opfer und die Ursache der Explosion waren zunächst unklar. Beim ersten Selbsmordanschlag gegen einen US-Stützpunkt im Irak sind in der Nähe der nordirakischen Stadt Tell Afar 31 US-Soldaten verletzt worden.

HB BAGDAD. Anwohner des Bagdader Viertels sagten, mehrere Menschen seien vermutlich durch die Explosion ums Leben gekommen. Die US-Armee machte dazu keine Angaben.

Die Explosion habe sich kurz nach Tagesanbruch ereignet, offenbar im Innern der sunnitischen Mosche Ahbab el Mustafa, sagte US-Oberstleutnant Frank German. „Als wir ankamen, haben wir die Flammen gelöscht, eine Sicherheitszone abgesperrt und mit den Ermittlungen begonnen“, sagte er.

„Die Explosion hat die Mosche etwa um Viertel vor Sieben am Morgen erschüttert. Ich ging auf das Dach meines Hauses und drei Minuten später hörte ich eine zweite Explosion“, sagte Ahmed Abdullah, der in der Nachbarschaft des Gotteshauses wohnt. Auf dem Boden im Innern der Moschee waren Blutspuren zu sehen.

Erster Selbstmordanschlag auf US-Militärlager im Irak

Ein Selbstmordattentäter hat ebenfalls am Dienstag im Nordirak 41 US-Soldaten verletzt, als er im Morgengrauen mit seinem Auto auf deren Stützpunkt zuraste und das Fahrzeug unmittelbar vor dem Eingang des Lagers in die Luft sprengte. Die Explosion riss einen riesigen Krater in die Straße, die auf den Stützpunkt in Tal Afar bei Mossul zuführt. Trümmer und Glasscherben wurden in ein weites Umfeld geschleudert. Fast zeitgleich kam es im Zentrum Bagdads zu einer Explosion in einer Moschee. Anwohner sagten, vermutlich seien mehrere Menschen getötet worden. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Trotz eines tödlichen Anschlags auf zwei japanische Diplomaten im Irak vor rund zehn Tagen machte die japanische Regierung am Dienstag den Weg frei, die USA im Irak mit Truppen des Landes zu unterstützen.

„Es war eindeutig eine Selbstmordbombe“, sagte Oberst Michael Linnington, Kommandeur einer in Tal Afar stationierten Brigade. „Auf dem ganzen Gelände waren Körperteile verstreut.“ Die US-Soldaten erlitten Brüche, Schnittwunden und Prellungen. Vier von ihnen seien schwer verwundet und in ein Militärkrankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher.

Die Wache des rund 45 Kilometer westlich von Mossul gelegenen Stützpunktes hatte den Armeeangaben zufolge vor der Explosion das Feuer auf das Auto eröffnet. „Die Soldaten haben den Fahrer mehrfach getroffen und ihn damit gezwungen, die Bombe früher als geplant zu zünden“, sagte Linnington weiter. „Er wollte offensichtlich durch das Tor in das Lager hineinfahren.“

Durch die Sprengkraft der Bombe wurden Trümmer bis in nahe stehende Häuser geschleudert. „Die Explosion hat unsere Türen und Fenster wackeln lassen. Die Radnabe des explodierenden Fahrzeugs hat das Fenster unseres Kinderzimmers durchschlagen. Wäre eines unserer fünf Kinder aufgestanden, hätte es getötet werden können“, sagte Hasam Ismail.

In den vergangenen Wochen waren die US-Truppen auch im Gebiet um Mossul wiederholt Ziel von Anschlägen und Angriffen aus dem Hinterhalt. Seit dem am Anfang Mai von den USA erklärten Ende der Hauptkampfhandlungen wurden im Irak mehr als 190 Soldaten getötet. Im November kamen mehr Soldaten ums Leben, als in den Monaten zuvor. Vor wenigen Tagen erklärte die US-Armee, die Anzahl der Anschläge auf die US-Truppen sei in jüngster Zeit zurückgegangen.

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