Explosionen in London
Blair bestätigt Terror-Anschläge

Der britische Premierminister Tony Blair hat die Explosionen in London als Serie terroristischer Angriffe bezeichnet. Er will in den nächsten Stunden den G-8-Gipfel Richtung London verlassen. Andere britische Politiker sprechen von einem "ultimativen Albtraum“.

HB LONDON. Blair erklärte, bei den Explosionen seien Menschen getötet und verletzt worden. Er verurteilte die Anschläge auf Busse und U-Bahnen als barbarischen Akt. Es sei klar, dass es einen Zusammenhang zur Eröffnung des G-8-Gipfels gebe.

Erst am Mittwoch hatte London den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2012 erhalten. Am gestrigen Abend sind im schottischen Gleneagles zudem die Staats- und Regierungschefs des sieben führenden Industrienationen und Russland zu ihrem dreitägigen G-8-Gipfel zusammengekommen. Blair kündigte an, schnellstmöglichst in die britische Hauptstadt zurückzukehren. Die Beratungen des G-8-Gipfels sollten aber fortgesetzt werden.

Der innenpolitische Sprecher der oppositionellen Konservativen, Alan Duncan, hatte noch vor Blair bestätigt, dass es um Terroranschläge gehe: „Dies ist der ultimative Albtraum." Der britische Innenminister Charles Clarke sprach von „furchtbaren Verletzungen“.

Auch der französische Innenminister Nicolas Sarkozy und EU-Parlamentspräsident Josep Borrell sprachen von einer Anschlagsserie mit vielen Toten. Die EU stehe hinter Großbritannien und werde niemals zulassen, dass die Gräueltaten des Terrorismus die Werte von Frieden und Demokratie besiegen, erklärte Barroso.

Zudem hätten sich laut Sarkozy bereits französische Minister getroffen, um zu besprechen, welche Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich nach den Anschlägen eingeleitet werden sollten. Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoé erklärte: „Jetzt sind wir alle Londoner.“ EU-Innenkommissar Franco Frattini sagte: „Wir haben die tragische Bestätigung, dass der Terrorismus wieder das Herz Europas getroffen hat.“

Die Finanzminister und Notenbankgouverneure der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) stehen nach den Anschlägen in Kontakt. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sagte in Berlin weiter, die G7-Finanzminister behielten die Reaktionen der Finanzmärkte im Auge. Die Kursausschläge nach den Anschlägen seien nicht überraschend. Die Weltwirtschat werde durch die Ereignisse in London aber nicht aus den Fugen geraten.

Nach den Anschlägen in New York im September 2001 hatten Notenbanken die Leitzinsen gesenkt, um der verunsicherten Wirtschaft einen Impuls zu geben. Als Reaktion auf die Explosionen in Londoner Bussen und U-Bahnen mit mindestens 90 Toten ud Verletzten waren die europäischen Börsen massiv ins Minus gedreht.

Die offenbar koordinierten Anschläge richteten sich gegen U-Bahn-Stationen und einen Bus. Das gesamte öffentliche Verkehrswesen in der Sieben-Millionen-Einwohner- Metropole brach zusammen. Ein Katastrophenplan mit dem Code „Cobra“ wurde aktiviert, bei dem alle Krisenorgane wie Polizei und Gesundheitsdienste zusammenarbeiten.

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