Explosionen in Mumbai
„Anschläge galten nicht den Finanzmärkten“

Nach den Explosionen in Mumbai hat die indische Regierung die Zahl der Toten nach unten korrigiert. Innenminister Chidambaram verkündete zudem, die Anschläge hätten nicht den Finanzmärkten gegolten.
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MumbaiDie indische Regierung hat die Zahl der Toten bei der Anschlagsserie in Mumbai auf 17 nach unten korrigiert. Außerdem seien mehr als 130 Menschen verletzt worden, erklärte das Innenministerium am Donnerstag auf seiner Internetseite unter Berufung auf die Polizei in Mumbai. Die Opferzahl könne sich aber weiter ändern, hieß es. Zuvor war von 21 Toten und mehr als 140 Verletzten die Rede gewesen.

Die Bombenanschläge in der indischen Metropole Mumbai galten der Regierung zufolge nicht den in der Stadt angesiedelten Finanzmärkten. Die Anschläge „können nicht als Angriffe auf Indiens Wirtschaftshauptstadt oder auf unsere Märkte angesehen werden“, sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram am Donnerstag vor Journalisten.

Binnen einer Viertelstunde waren am Mittwochabend (Ortszeit) in mehreren Vierteln Mumbais drei Sprengsätze explodiert. Innenminister Palaniappan Chidambaram hatte noch am Mittwoch verkündet, dass es sich dabei um einen koordinierten Anschlag von Terroristen handele. Die Sicherheitskräfte in Mumbai und anderen Großstädten seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Anti-Terroreinheiten aus anderen Bundesstaaten seien auf dem Weg nach Mumbai.

Medienberichten zufolge explodierten die Sprengsätze innerhalb von 15 Minuten in belebten Wohn- und Geschäftsvierteln im Süden und Westen der Stadt. Eine der Bomben sei an einer Bushaltestelle im westlichen Bezirk Dadar detoniert, die anderen in den Vierteln Zaveri Bazar und Opera House, beides Zentren der Schmuckindustrie. Zum Zeitpunkt der Anschläge gegen 19 Uhr Ortszeit waren auf den Straßen der Millionenmetropole zahlreiche Menschen unterwegs. Viele kamen von der Arbeit oder erledigten ihre Einkäufe.

Die Explosionen ereigneten sich mehr als zweieinhalb Jahre nach der verheerenden Terrorserie in der westindischen Stadt. Im November 2008 waren bei einer dreitägigen Terrorserie in Mumbai mehr als 170 Menschen getötet worden. Die indische Regierung macht die aus Pakistan operierende radikal-islamische Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba für die Terroraktion. Die bilateralen Beziehungen der beiden südasiatischen Atommächte waren nach den Anschlägen an einem Tiefpunkt angelangt. Inzwischen haben sich beide Seiten auf diplomatischer Ebene jedoch wieder angenähert.

Mumbai ist in den vergangenen Jahren immer wieder von schweren Anschlägen erschüttert worden. Im Juli 2006 wurden bei einer Serie von Bombenexplosionen in Vorortzügen mehr als 180 Menschen getötet und rund 800 verletzt. Mitte 2003 starben bei Anschlägen im Stadtzentrum mehr als 50 Menschen. Bei der bislang größten Anschlagserie 1993 waren 250 Menschen ums Leben gekommen. Auch für diese Taten werden muslimische Extremisten verantwortlich gemacht

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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