Export
Deutschland profitiert von WTO-Einigung

Große Erleichterung in Bali: Die Welthandelsorganisation hat ein historisches Abkommen auf den Weg gebracht. Als Exportnation profitiert Deutschland besonders davon. Experten nennen dafür einige erhellende Zahlen.
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BerlinAm Ende gab es viele Gewinner. Der Welthandelskonferenz auf der indonesischen Trauminsel Bali ist der kaum mehr erwartete Beweis gelungen, dass 159 Länder mit den unterschiedlichsten Interessen am Ende doch noch einen gemeinsamen Nenner mit Inhalt und Gewicht finden können.

Zu den Gewinnern von Bali gehört die Export-Weltmacht Deutschland, auch wenn sie auf der "Insel der Götter" eher eine Nebenrolle spielte. Gemessen an den emotionalen Ausbrüchen nach dem erfolgreichen Abschluss im fernen Bali fielen die Reaktionen in Berlin allerdings eher nüchtern aus. "Das ist eine gute Nachricht auch für die deutsche Exportwirtschaft", sagte der geschäftsführende Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der erst gar nicht nach Indonesien gereist war.

Von einem richtigen und wichtigen Signal für den Freihandel sprach der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. Wenn erst mal all das zum Tragen komme, was in Bali besprochen wurde, könne die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstumsimpuls von 60 Milliarden Euro in fünf Jahren rechnen. Treiers Kollege Stefan Mair vom Industrieverband BDI sagte, die deutsche Wirtschaft könne mit dem Bali-Ergebnis zufrieden sein.

Es sind die Deutschen, die seit Jahren als einer der engagiertesten Anwälte für weltumspannende Absprachen in Richtung eines freieren Welthandels auftreten. "Der Beamtenapparat hat den Freihandel quasi in seine DNA eingebaut", freute sich kürzlich ein führender Vertreter des deutschen Außenhandels mit Blick auf die Haltung der deutschen Regierung.

Dafür gibt es ganz handfeste Gründe. Mit noch 7,65 Prozent Anteil an allen Exporten ist Deutschland als momentane Nummer Drei in der Welt nach China und den USA hochgradig daran interessiert, dass die Türen für seine Güter und Dienstleistungen in der Welt so weit offen wie möglich sind. Auf knapp 1,1 Billionen Euro belief sich im vergangenen Jahr das deutsche Ausfuhrvolumen, neun bis zehn Millionen Arbeitsplätze hängen von den Exporten ab. Mehr als jedes andere große Land ist Deutschland vom Wohl und Wehe des Welthandels abhängig.

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