Extremisten drohen mit Ermordung von zehn entführten Irakern
Blutiger Sonntag im Irak

Wenige Wochen vor den geplanten Wahlen ist der Irak von den schwersten Anschlägen seit langem getroffen worden: Bei zwei offenbar koordinierten Selbstmord-Bombenanschlägen in der Nähe der heiligen Stätten der schiitischen Moslems in Kerbela und Nadschaf im Irak sind am Sonntag nach Angaben von Ärzten über 60 Menschen getötet und weit über 100 verletzt worden. In Bagdad wurden zudem drei Mitarbeiter der irakischen Wahlkommission erschossen. Erst am vergangenen Mittwoch war wenige Stunden nach dem Wahlkampfauftakt ein Anschlag auf das Büro des Schiitenführers Ali al-Sistani in Kerbela verübt worden, der mindestens acht Menschen das Leben kostete.

HB KERBELA. Bei der Explosion der in einem Auto versteckten Bombe im südirakischen Kerbela wurden nach Angaben von Ärzten mindestens 14 Menschen getötet und etwa 40 verletzt. In der Nähe des Anschlagsortes liegt die den Schiiten heilige Imam-Hussein- Moschee. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder. Eine gewaltige Explosion ereignete sich wenig später nahe der Imam-Ali-Moschee in der Stadt Nadschaf. Dort wurden mindestens 48 Menschen getötet und rund 90 Personen verletzt.

Ranghohe schiitische Geistliche riefen die Gläubigen auf, diese Gräuel wenige Wochen vor den geplanten Wahlen im Irak nicht mit Vergeltungsakten zu ahnden. Beobachter gehen davon aus, dass Extremisten mit den Anschlägen gezielt die ohnehin bestehenden starken Spannungen zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und den Sunniten schüren wollen.

Der zweite schwere Anschlag in Kerbela binnen fünf Tagen habe sich in der Nähe einer Bushaltestelle und einer Polizeischule ereignet, berichtete ein Reuters-Kameramann. Der Sprengsatz sei etwa 500 Meter vom Imam-Hussein-Schrein explodiert, einer der heiligsten Stätten der Schiiten im Irak. Überall lägen Tote und Verletzte auf der Straße. Noch eine Stunde nach der Explosion loderten die Flammen aus mehreren zerstörten Fahrzeugen. Ärzte des Krankenhauses von Kerbela nannten die Opferzahl vorläufig, sie könne noch steigen.

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