Extremisten wollen zur Waffenruhe zurückkehren
Israel setzt Angriffe im Gaza-Streifen fort

Israels Armee hat am vierten Tag in Folge ihre Angriffe im Gaza-Streifen weitergeführt. Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte, der Einsatz werde so lange weitergehen, wie Palästinenser-Extremisten ihre Raketenangriffe auf Israel fortsetzten.

HB GAZA-STADT. Die Luftwaffe griff am Dienstag vor Tagesanbruch Ziele im Norden und Süden des Gaza-Streifens an, ohne dass jemand verletzt wurde. Mofas schloss auch eine Bodenoffensive in dem Gebiet nicht aus, das Israel vor zwei Wochen verlassen hat. Zwei Tage nach der radikal-moslemischen Hamas erklärte auch der Islamische Dschihad, zu der im Februar erklärten Waffenruhe zurückzukehren. In der Nähe zweier israelischer Grenzstädte zum Gaza-Streifen schlugen aber kurz danach weitere palästinensische Raketen ein. Dabei wurde Medienberichten zufolge niemand verletzt. Im Westjordanland nahm die Armee weitere 82 mutmaßliche Extremisten fest.

In Beit Hanun im Norden des Gaza-Streifens beschoss die israelische Armee zwei Brücken, von denen ihren Angaben zufolge palästinensische Extremisten wiederholt Raketen auf israelisches Gebiet abgeschossen hatten. Ein weiterer Luftangriff galt im Süden des Küstengebiets einer Wechselstube in der Stadt Chan Junis. Der Besitzer habe mit der radikal-moslemischen Hamas zusammengearbeitet, teilte die Armee mit. Die Hamas ist eine der stärksten Extremisten-Gruppen im Gaza-Streifen und kämpft wie der Dschihad für eine Zerstörung Israels.

Der Islamische Dschihad erklärte nach einem Treffen mit anderen gewalttätigen Gruppen, die Organisationen erneuerten ihre Zusage, eine Waffenruhe einzuhalten. „Der Ball liegt nun im israelischen Feld“, sagte Dschihad-Anführer Chaled al-Batsch. Die Gruppen behielten sich aber das Recht auf einen Gegenschlag vor, wenn Israel seine Angriffe fortsetze.

Scharon hat den Israelis mehr Sicherheit durch die Abgrenzung von dem Küstenstreifen versprochen, das als Hochburg gewalttätiger Gruppen gilt. Seine Gegner werfen ihm dagegen vor, das Gebiet mit dem Rückzug nach fast 40-jähriger Besatzung Terroristen als sichere Basis zu überlassen. In einem beispiellosen Versuch, einen Regierungschef aus der eigenen Partei zu Fall zu bringen, strengten sie daraufhin im Likud eine vorgezogene Neuwahl des Parteivorsitzenden an.

Das Vorhaben scheiterte jedoch. Von den 3000 Delegierten des Likud-Zentralkomitees stimmten 51,3 Prozent dagegen, dem Scharon-Herausforderer und Abzugsgegner Benjamin Netanjahu eine frühe Chance für eine Gegenkandidatur zu geben. Netanjahus Antrag erhielt dem Ergebnis zufolge 47,6 Prozent der Stimmen. Damit findet die Wahl des Likud-Chefs wie geplant im April statt. Im November nächsten Jahres stehen die nächsten Parlamentswahlen an.

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