Extremistenorganisation El-Kaida: Polizisten im Irak entführt und getötet

Extremistenorganisation El-Kaida
Polizisten im Irak entführt und getötet

In der immer wieder von Gewaltexzessen erschütterten irakischen Stadt Dijala sind mehrere Polizeibeamte entführt und einer Internet-Mitteilung zufolge getötet worden.

HB BAGDAD. Eine mit der Extremistenorganisation El-Kaida verbundene Gruppe bekannte sich am Freitag dazu, die 18 entführten Männer getötet zu haben. Damit wolle sie Rache für die Vergewaltigung von Frauen durch Polizisten nehmen. Die Regierung des irakischen Ministerpräsidenten Nuri El-Maliki habe eine Frist von 24 Stunden verstreichen lassen und nicht auf die Forderungen reagiert, hieß es. Die irakische Polizei fand die Leichen von 14 Polizisten, die Schussverletzungen am Kopf aufwiesen. Die El-Kaida-Gruppe hatte zuvor erklärt, sie wolle Rache für die Vergewaltigung von Frauen durch Polizisten nehmen.

In Dijala, das von rivalisierenden Kurden, Sunniten und Schiiten bewohnt wird, hat sich eine zunehmend explosive Lage entwickelt: Massenentführungen, Anschläge und Angriffe auf Polizisten aus dem Hinterhalt sind dort an der Tagesordnung. Sunniten in der Region werfen den Sicherheitskräften vor, von schiitischen Milizen unterwandert zu sein.

Bei einem Bombenanschlag in Bagdad starben unterdessen zehn Menschen, 17 weitere wurden verletzt. Der Bombenanschlag ereignete sich in dem Bagdader Stadtteil Sadr-City, einer Hochburg der schiitischen Mehdi-Miliz, wie die Polizei mitteilte. Die Miliz wird von dem radikalen Prediger Moktada El-Sadr angeführt, der seinerseits den irakischen Ministerpräsidenten Nuri El-Maliki unterstützt. Erst am Donnerstag hatten irakische und US-Militärs eine Razzia in Sadr-City angekündigt, um dort nach Waffen und Extremisten zu fahnden.

Auch andernorts kam es im Irak erneut zu Gewaltausbrüchen: Nordwestlich von Bagdad wurden zwei US-Soldaten und ein irakischer Dolmetscher durch eine am Straßenrand deponierte Bombe getötet. Zwei Spieler eines örtlichen Fußballclubs wurden in der westirakischen Stadt Ramadi während des Trainings von Heckenschützen erschossen. In den Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen im Irak sind zuletzt auch Sportler, aber auch Intellektuelle und andere Akademiker zunehmend ins Visier von Extremisten geraten.

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