ExxonMobil-Chef Rex Tillerson
Trump ernennt Putin-Freund zum Außenminister

Der designierte US-Präsident Donald Trump wird Rex Tillerson als Außenminister nominieren. Die Entscheidung ist brisant: Der ExxonMobil-Chef unterhält beste Beziehungen nach Russland.
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WashingtonDer designierte US-Präsident Donald Trump wird den Chef des größten amerikanischen Energiekonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, als Außenminister nominieren. Dies gab Trump am Dienstag in einer Erklärung bekannt. Schon am Montag gab es Spekulationen um die Personalie, die sich damit nun bestätigen. Die Nachricht birgt nicht zuletzt wegen Tillersons enger Bande zum Kreml viel Zündstoff. Und sie platzt mitten in jüngste CIA-Erkenntnisse, wonach Moskau dem Wahlsieg Trumps mithilfe von Hackern auf die Sprünge geholfen haben soll. Mächtige republikanische Senatoren meldeten schon vor der offiziellen Bestätigung ihre Bedenken an. Der Senat muss seine Zustimmung geben. Wie die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen erfuhr, ist auch das Energieressort vergeben: an Trumps früheren Rivalen Rick Perry.

Trump bezeichnete Tillerson am Dienstagmorgen als einen der erfolgreichsten Unternehmer der Welt. „Als Außenminister wird er ein mächtiger und umsichtiger Fürsprecher von Amerikas wichtigen nationalen Interessen sein, und dazu beitragen, Jahre fehlgeleiteter Außenpolitik umzukehren, die die Sicherheit und die Rolle der USA in der Welt geschwächt haben.“

Tillerson und Russland, diese Verbindung reicht schon lange zurück. In den 90ern spielte der Top-Manager eine Schlüsselrolle bei der Beteiligung von Exxon Mobil an dem riesigen Öl- und Erdgasprojekt Sachalin im Fernen Osten des Riesenlandes. Das Unterfangen sollte nur eine Aufwärmübung für einen 3,2 Milliarden Dollar schweren Deal sein, den Exxon und der russische Staatskonzern Rosneft später ankündigten: Dabei ging es um gemeinsame Ölförderungen in der Arktis. 2011 flog Tillerson zum Ferienort Sotschi, um Kremlchef Wladimir Putin für die offizielle Bekanntgabe dieses Geschäfts zu treffen.

Erfolg in Russland bedeutete für Exxon Mobil, Konzerninteressen jenen der Regierung in Moskau anzupassen. Zudem galt es, hartnäckig zu sein und auf gutem Fuß mit Putin zu stehen. Die Mühe sollte sich für das Ölunternehmen mit Sitz in Texas auszahlen: Es baute sein Russland-Geschäft aus, während Rivalen mit behördlichen Hürden und sogar mit Enteignung zu kämpfen hatten.

2013 wurde Tillerson eine besondere Ehre zuteil: Putin verlieh ihm den Orden der Freundschaft, eine Auszeichnung für Ausländer, die für besserte Beziehungen zu Russland gesorgt haben. Vor einigen Jahren zeigte sich Tillerson bei einem Auftritt an der Universität von Texas-Austin stolz über seine Verbindung zu Putin. „(...) Ich kenne ihn seit 1999 und habe eine sehr enge Beziehung zu ihm“, sagte er.

Die tiefe Freundschaft äußerte sich auch in Fürsprache jenseits der Wirtschaft. Schützend stellte sich Tillerson im Ukraine-Konflikt vor Moskau und gegen die Sanktionen, die die USA und EU gegen Russland wegen dessen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 verhängt hatten. Westliche Staatenlenker sollten den „weitreichenden Kollateralschaden“ bedenken und überlegen, wen sie mit Strafmaßnahmen letztlich träfen, mahnte der Top-Manager bei einer Exxon-Jahresversammlung.

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  • @Herr Stefan Nold13.12.2016, 12:46 Uhr
    Haben Sie sehr gut beschrieben, muss man nichts hinzufügen, danke.

  • @ Hans Mayer
    Nicht nur Trump sagte, dass Merkel eine "an der Klatsche" hat sondern auch Putin sagte das schon indirekt als er auf die Energiewende unter der Führung von der Grün-Sozialistischen Merkel erfahren hat. Deutschland muss ja ein Wohlhanbendes Land sein, wenn sich in Zukunft eine Stromversorgung auf Basis von der Unzuverlässigkeit von Wind und Sonne leisten kann und ihre Kernkraftwerke gleichzeitig abschaltet.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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