EZB-Anleihekäufe
Zentralbank hält an Billionen-Programm fest

In den vergangenen Tagen wurde über ein mögliches Zurückfahren der EZB-Anleihekäufe spekuliert. Für die Europäische Zentralbank sei das aber keine Option – und erhält stimmliche Unterstützung aus der Finanzwirtschaft.

FrankfurtIm Kampf gegen Konjunkturrisiken will die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrem Kurs des ultrabilligen Geldes festhalten. Die Finanzierungsbedingungen müssten so gestaltet bleiben, das sie zu einer Erholung der Wirtschaft und der Inflationsentwicklung im Währungsraum beitragen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der EZB-Zinssitzung vom September. „Es ist daher von entscheidender Wichtigkeit, das sehr erhebliche Ausmaß geldpolitischer Unterstützung aufrecht zu erhalten.“ Der EZB-Rat solle sich dabei aber nicht über Gebühr von Markterwartungen beeinflussen lassen. Aus dem Protokoll geht zudem hervor, dass die Ratsmitglieder nicht über ein mögliches Auslaufen ihres billionenschweren Anleihen-Kaufprogramms sprachen, über das am Markt zuletzt spekuliert wurde.

Diese Spekulationen über ein eventuelles Abschmelzen der monatlichen Käufe von im Schnitt 80 Milliarden Euro hatten in den vergangenen Tagen erhebliche Turbulenzen am Anleihenmarkt ausgelöst. Ein entsprechender Agenturbericht wurde allerdings von der EZB zurückgewiesen.

Mit den Wertpapierkäufen wollen die Euro-Wächter unter anderem Banken dazu bewegen, mehr Kredite an die Wirtschaft auszureichen. Das soll die Konjunktur beleben und so auch die aus EZB-Sicht immer noch unerwünscht niedrige Inflation anheizen. Die Käufe sollen noch bis mindestens Ende März 2017 fortgesetzt werden. Das Gesamtprogramm soll dann eine Größe von 1,74 Billionen Euro erreichen. Die EZB strebt als optimalen Wert für die Wirtschaft eine Inflation von knapp zwei Prozent an. Im September waren die Preise im Euro-Raum aber gerade einmal um 0,4 Prozent gestiegen.

EZB will drohender Anleihen-Knappheit beikommen

Auf ihrer Sitzung diskutierten die Ratsmitglieder zudem drohende Knappheitsprobleme für ihr Kaufprogramm bei einigen Anleihen. Dies führe zu „zunehmenden Herausforderungen für die Umsetzung in der Zukunft“, hieß es. Der EZB-Rat könne aber die Stellschrauben des Programms jederzeit ändern, um die angestrebten Volumina zu erreichen. Es sollten keine Zweifel aufkommen, dass der EZB-Rat die Transaktionen umsetzen und wenn erforderlich weitere Schritte einleiten kann, um sein Inflationsziel zu erreichen. Viele Bundesanleihen sind bereits wegen zu niedriger Renditen vom Erwerb ausgeschlossen. Ausschüsse der EZB sollen deshalb prüfen, wie sich die Käufe weiterhin sicherstellen lassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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