EZB-Banker zum Anleihekaufprogramm: „Es muss groß sein“

EZB-Banker zum Anleihekaufprogramm
„Es muss groß sein“

Damit das Staatsanleihekaufprogramm der EZB wirkt, muss es groß sein, behauptet Benoit Coure. Das EZB-Direktoriumsmitglied machte in seinem Interview auch einen Schlenker zur kritischen Haltung der Deutschen.
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Paris/FrankfurtEin Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen muss nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure groß genug sein, um seine Wirkung zu entfalten. „Lassen Sie mich das extrem einfach formulieren: damit es wirkungsvoll ist, muss es groß sein“, sagte Coeure in einem Interview mit der „Irish Times“, das am Freitag auf der Webseite der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlich wurde. Zur kritischen Haltung der Deutschen Bundesbank zu einem solchen Programm erklärte der Notenbanker, deren Befürchtungen seien legitim und man müsse sich mit ihnen beschäftigen.

Investoren an den Märkten rechnen inzwischen fest damit, dass die europäischen Währungshüter am Donnerstag kommender Woche auf ihrer Ratssitzung ihre Geldpolitik weiter lockern und ein breit angelegtes Anleihenkauf-Programm - im Fachjargon „Quantitative Easing“ (QE) - auf den Weg bringen werden. Mit einem solchen Schritt nach dem Vorbild der US-Notenbank soll ein Preisverfall auf breiter Front in der Euro-Zone verhindert, die Kreditvergabe in der Euro-Zone beflügelt und der schwächelnden Konjunktur auf die Beine geholfen werden.

Zur einem möglichen Volumen von 500 Milliarden Euro, über das nach früheren Informationen von Insidern gesprochen wurde, wollte sich Coeure nicht äußern. „Wir diskutieren das am 22. Januar und in dieser Frage ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagte der Zentralbanker.

Der französischen Zeitung „Liberation“ (Freitagausgabe) sagte Coeure unterdessen in einem separaten Interview: „Das Ziel von QE ist es, Vertrauen zu schaffen in die Fähigkeit einer Zenntralbank, die Inflation zu stabilisieren." Das Risiko einer Deflation - einer gefährlichen Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen - habe seit Sommer 2014 zugenommen. Alle Instrumente müssten von den politisch Verantwortlichen in Europa mobilisiert werden, um das Wachstum anzuschieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB-Banker zum Anleihekaufprogramm: „Es muss groß sein“"

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  • Natürlich muß diese Narretei groß sein, denn man kann sie nur einmal machen und dann sind diejenigen, deren Interessen Draghi vertritt, ja auch ihre Papiere los!
    Nach seiner Zeit bei der EZB wird er sicherlich eine Menge Arbeitgeber finden.

  • für je 1 Billion schrottkauf gibt es 100 MRD Prov.?

  • "Es muss groß sein"
    Natürlich muss es groß sein, riesengroß sogar. Zumal es gilt, mehrere Länder durchzufüttern. Am besten whatever it takes und garantiert für alle Ewigkeit. So macht das Gelddrucken Spaß. Da gibt es Massen von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst,
    im privaten Sektor als öffentlich geförderte Arbeitsplätze und auch die Baubranche wird wieder boomen. Draghi ist der nächste Friedensnobelpreisträger, weil er die Euro-Zone gerettet hat. Hurra!


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