EZB-Chef
Draghi bekräftigt Niedrigzinsversprechen

Die EZB lässt sich in die Karten gucken – die geldpolitische Haltung wird nicht weiter verheimlicht. Chef Mario Draghi steht auch vor dem Europaparlament zu seinem Leitzins-Versprechen.
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BrüsselDer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat das Niedrigzinsversprechen der EZB bekräftigt. Vor dem Europaparlament in Brüssel sagte Draghi am Montag, die Leitzinsen im Währungsraum blieben über einen längeren Zeitraum auf dem gegenwärtigen oder einem niedrigeren Niveau. Damit ist auch eine weitere Zinssenkung möglich. Ausschlaggebend seien gedämpfte Inflationsrisiken, die konjunkturelle Schwäche im Euroraum sowie das geringe Wachstum der Geld- und Kreditmenge.

Am vergangenen Donnerstag hatte die EZB einen einschneidenden Wechsel in ihrer Geldpolitik vorgenommen. Anstatt sich wie bisher nicht auf einen künftigen Kurs festzulegen, hatte sie erstmals einen längerfristigen Ausblick auf ihre geldpolitische Haltung gegeben. Experten sprechen von „Forward Guidance“, wie sie auch von anderen großen Notenbanken - etwa der amerikanischen Federal Reserve - betrieben wird. Obgleich es sich im Falle der EZB um eine schwächere Variante handelt, soll das Vorgehen helfen, die Zinserwartungen zu festigen und letztlich das Wachstum zu beleben.

Trotz der Niedrigzinsansage teilt Draghi die Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die „Bank der Zentralbanken“ hatte unlängst vor Risiken gewarnt, falls Leitzinsen zu lange niedrig liegen. „Es ist schwer, dieser Auffassung zu widersprechen“, sagte der EZB-Chef. Er schränkte jedoch ein, höhere Leitzinsen seien derzeit nicht angebracht. Angesichts der schwachen Konjunkturlage würden sie destabilisierend wirken.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB-Chef: Draghi bekräftigt Niedrigzinsversprechen "

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  • Ja, aber jedes Land aus ganz unterschiedlichen Gründen.Das kann man nicht alles über einen Kamm schehren.

  • "Ausschlaggebend seien gedämpfte Inflationsrisiken, die konjunkturelle Schwäche im Euroraum sowie das geringe Wachstum der Geld- und Kreditmenge." Deshalb bleiben die Zinsen so niedrig.

    USA, Japan, Schweiz, GB, usw. - ueberall sind z.Zt. die Zinsen niedrig, Italienische Verhältnisse? Dummes Zeug...


  • Schöne Krisendrohung. Bricht der Bondmarkt zusammen, kaufen Bernake und Draghi alle Anleihen nur fuer sich.
    Nette Aussichten.

    Wir verkonsumieren lieber unser Restmuenzgeld.

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