EZB-Chef Draghi
„Europas Staaten müssen gemeinsam regieren“

Ein Staat kann alleine nicht überleben, aber auch nicht im Alleingang die Euro-Zone retten: EZB-Chef Mario Draghi hat Europas Regierungen zu einer gemeinsamen Linie aufgerufen, die über die Politik hinaus geht.
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FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi hat die europäischen Regierungen zu mehr Zusammenarbeit in der Wirtschaftspolitik aufgerufen. „Einzeln sind sie ganz einfach nicht mächtig genug. Um ihren Aufgaben gerecht zu werden, müssen sie lernen gemeinsam zu regieren“, sagte Draghi laut Redetext am Mittwochabend in London. „Sie müssen lernen zusammen souverän zu sein, damit sie die Anforderungen der Menschen erfüllen können: heutzutage sind das Wachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.“ Dazu müssen Draghis Worten zufolge nicht nur in den Staaten, sondern auch auf Ebene der Gemeinschaft Reformen angegangen werden. Wünschenswert sei, dass sich die Staaten in ihren Wirtschaftsstrukturen einander anglichen.

Draghi verteidigte die jüngsten Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Vorbeugung einer für die Konjunktur gefährlichen Deflation. Die Gefahren für die Wirtschaft in der Währungsunion könnten sehr real werden. „Der EZB-Rat ist sich einig darin, dass wir auch unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen unseres Mandats einsetzen werden, sollte dies nötig werden.“

Die EZB hatte Anfang Juni ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gekappt und erstmals einen Strafzins für Banken eingeführt, die Geld bei ihr parken statt es zu verleihen. Um den Kreditfluss anzuregen, will Draghi in den kommenden zwei Jahren zudem bis zu eine Billion Euro in das Finanzsystem pumpen. Die Banken sollen es dann – so das Kalkül – weiterverleihen, damit dem Aufschwung nicht die Puste ausgeht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB-Chef Draghi: „Europas Staaten müssen gemeinsam regieren“"

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  • Die Schweiz kann sehr gut alleine überleben.Das der Italiener paar Dumme sucht,die ihm seine faulen Kredite abkaufen ist klar.Erst kürzlich hat die italienische Großbank "Unicredit" massives Interesse an den neuen Notenbankkrediten gezeigt.Wäre mir auch komisch vorgekommen wenn es nicht so wäre,als nächstes meldet sich bestimmt die spanische Großbank "Santander" um an den frischen Futtertrog der EZB zu kommen.Dann kauft Draghi noch die faulen Immobilienkredite der Südzone auf und dem Deckmantel der "ABS-Kredite" und aus die Maus.

  • "EZB-Chef Mario Draghi hat Europas Regierungen zu einer gemeinsamen Linie aufgerufen, die über die Politik hinaus geht."

    Da scheint das Pulver der "Dicken Berta" ganz schön nass geworden zu sein oder es ist kein Pulver mehr da.

    Kein Wunder, dass die Papierpreise angezogen haben. Vor der letzten Inflation war das auch so.

  • "Ein Staat kann alleine nicht überleben....."

    Was für ein Blödsinn, man sollte doch tiefer Nachdenken, bevor man unausgegorene Behauptungen aufstellt, Herr Draghi !

    Wie können Länder überleben, die nicht in der EU sind ?
    Gibt es u.a. die Schweiz noch ? Sollte man überprüfen !

    Diese EU, mit der selbst gemurksten Schuldenkrise und dazu den kranken Lobbyismus, die bei der Aufnahme von nicht geeigneten Mitgliedern, die durch Tricks,Lügen und Betrug die Aufnahme beschleunigt haben, welche Zukunft hat diese ?

    Das ist Europafeindlich und schädlich für die Geberländer und deren Bürger !

    Schade, das man Europa so erbärmlich gegen die Wand fahren wird !

    Durch Politik- und Politikerversagen !!!

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