
Handelsblatt: Herr Trichet, durch den Ankauf von Staatsanleihen pumpt die EZB Geld in den Markt. Müssen wir uns in der Euro-Zone auf Inflation einstellen?
Jean-Claude Trichet: Nein, überhaupt nicht. Preisstabilität ist unser primäres Ziel, und dieses Mandat haben wir in den vergangenen elfeinhalb Jahren erfolgreich erfüllt. Wir haben unseren geldpolitischen Kurs nicht geändert. Die zusätzliche Liquidität, die wir durch den Ankauf der Staatsanleihen ins System geben, holen wir wieder zurück. Dazu sind etwa verzinsliche Termineinlagen gut geeignet.
HB: Was hat Sie zu dem Schritt am Montag dieser Woche veranlasst? Drei Tage vorher war davon keine Rede.
Trichet: Wir befanden uns ab Donnerstagnachmittag und dann auch noch den ganzen Freitag lang in einer Situation, die wir als fundamental abartig empfanden. Die Situation verschlechterte sich abrupt. Eigentlich hätte die Zustimmung der Europäer zu den Finanzhilfen für Griechenland und die bevorstehende Entscheidung des Internationalen Währungsfonds, Griechenland zu helfen, die Märkte beruhigen müssen ...
HB: ... was nicht der Fall war.
Trichet: Leider ja. Die Situation beeinträchtigte unsere Geldpolitik, die wir genau am vergangenen Donnerstag für angemessen erklärt hatten.
HB: Wie groß ist das Ankaufprogramm?
Trichet: Zu diesem Zeitpunkt nenne ich dazu keine Zahlen.
HB: Wir wüssten schon gerne genauer, wie Sie die Liquidität wieder zurückfahren wollen ...
Trichet: Es wird keine quantitative Lockerung geben. Wir werden die Liquidität, die wir in den Markt geben, hauptsächlich durch die Ausschreibung verzinslicher Termineinlagen wieder abziehen.
HB: Ist das überhaupt möglich?
Trichet: Natürlich. Technisch ist es möglich, und wir wollen das so. Was zählt, ist unsere Entschlossenheit und die Tatsache, dass wir unserem Ziel treu bleiben, Preisstabilität zu gewährleisten. Der EZB-Rat wird Inflation nicht tolerieren.
Eines ist Trichet offenkundig klar:
wenn die bürger Europas einmal merken, dass einer gewaltig angeschwollenen Geldmenge (und ich rechne in diesem Fall die Staatsanleihen dazu!!!) eine mehr oder weniger konstant gebliebene Gütermenge gegenübersteht, wird es eine Flucht aus Staatsanleihen geben.
Trichet würden in dem Fall seine 750Mrd. Euro bestenfalls einen Tag reichen, um den Markt zu stützen. Von daher ist es völlig klar (aber auch völlig unglaubwürdig), daß er gebetsmühlenhaft wiederholt: "wir werden keine inflation zulassen."
Fakt ist: sie wurde in Form ausufernder Staatsschulden bereits jahrelang zugelassen, die Menschen haben es nur noch nicht realisiert.
Wer soll dem denn noch glauben? Der schlappe Opportunist Trichet (nomen est omen!) redet doch jetzt, nachdem er gleich mehrfach (in der Ökonomie gibt`s das) seine Unschuld verloren hat, nur noch unglaubwürdig daher. So what?
Was soll man von einem EZb-Chef halten, der das Problem und die Ursache der Finanzkrise nicht verstanden hat und Feuer (Schuldenkrise) mit Öl (neuen natürlich "sterilen" Krediten) bekämpft?
Letztlich ist die Fixierung auf die Frage, ob die ständige Geldmengenausweitung inflation hervorrufen wird oder nicht doch zweitrangig und eine Art Tunnelblick. Fakt ist, dass das Finanzsystem durch die -wenn man so will verschwindend geringe "Eigenkapital-Unterlegung" des Fiat-Geldes- massiv destabilisiert wird. Das Fiat-Geld ist die eigentliche Ursache des "To-big-To-Fail-Syndroms", das eigentlich ein "Zu viel heiße Luft und zu wenig Substanz Syndrom" ist. Das Ungleichgewicht zwischen Geld- und Gütermenge wird auf die eine oder andere Art bereinigt werden müssen. Entweder durch massive Konkurse und damit verbundene Vernichtung des übermäßigen Geldes (durch banken- und Staaten-"Rettung" versucht man diesen Weg gerade zu verbauen) oder durch Währungsreform oder durch inflation. Der bürger wird auf einem dieser 3 Wege enteignet werden und die Zeche für die gescheiterten Experimente Euro und Fiat-Geld zahlen müssen, denn soviel Wachstum, wie wir bräuchten, um aus den Schulden herauszuwachsen, ist absolut nicht realistisch. Das Wachstum der letzten Jahrzehnte gab es ja schon überhaupt nur wegen massiven FiAT-Dopings.
Der Euro wird zunehmend zum bumerang für den Frieden in Europa. Wenn wir jetzt noch anfangen die Südländer zu alimentieren, würde das irgendwann auch Deutschland überfordern. Wenn wir dann die Alimentierung einstellen würden und daraufhin die Länder kollabieren, wird sich die Wut gegen Deutschland richten, wie jetzt schon in GR. Ergo: Der Euro muss schleunigst abgewickelt oder auf homogenere Kernländer reduziert und die Marktwirtschaft wieder hergestellt werden (EZb-Anleihenkäufe einstellen und insolvenzen ermöglichen, Manipulation des Risikopreises=Zins stark einschränken), um großes Unheil in Europa zu verhindern! Trichet sollte sich und uns einen Gefallen tun und sich an die Spitze der bewegung stellen! Dann könnte er erhobenen Hauptes seine Karriere als EZb-Chef beenden, statt zum Totengräber des Euro und Europas zu werden.
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