EZB-Chefvolkswirt

Asmussen soll Stark-Nachfolger werden

Nach dem Rücktritt von Jürgen Stark bewirbt sich Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen für das Amt als Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Finanzminister Schäuble unterstützt die Kandidatur.
Update: 11.09.2011 - 11:24 Uhr 33 Kommentare
Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen , soll zur EZB wechseln. Quelle: dpa

Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen , soll zur EZB wechseln.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundesregierung bemüht sich nach dem angekündigten Rückzug von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark aus der EZB-Spitze, Zweifel am deutschen Einfluss auf die Geldpolitik zu zerstreuen. Noch am Samstag, am Tag nach der überraschenden Ankündigung Starks, nominierte Finanzminister Wolfgang Schäuble Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen als Nachfolger.

Asmussen, der SPD-Mitglied ist, versicherte wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, sich für die Stabilität des Euro einzusetzen. Unterstützung erhielt er von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Auch aus der FDP kamen positive Signale. 

Der Rückzug des geldpolitischen Hardliners Stark aus der EZB hatte in der Politik und an den Märkten erhebliche Zweifel am Stabilitätskurs der EZB ausgelöst. Der Euro war deshalb auf ein Sechs-Monats-Tief eingebrochen. Stark steht ganz in der gedanklichen Tradition der Bundesbank, die ihre vornehmste Aufgabe immer in der Inflationsbekämpfung gesehen hat. Er hatte EZB-intern gegen den Kauf von Staatsanleihen zur Stützung hoch verschuldeter Länder wie Griechenland oder Italien opponiert und nun offensichtlich persönliche Konsequenzen gezogen. 

Nach Angaben aus Koalitions- und Regierungskreisen kam die Demission Starks nicht ganz so überraschend wie gedacht. Die Personalie Asmussen habe bereits festgestanden. Schäuble sagte nach einem G7-Finanzministertreffen in Marseille, er sei nicht überrascht worden. Versuche, Stark zu halten, seien aber wegen der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank gescheitert. Der Wechsel solle zum Jahreswechsel 2011/12 vollzogen werden. 

Schäuble hatte Asmussen trotz seines SPD-Parteibuches nach dem Regierungswechsel vor knapp zwei Jahren im Amt gehalten, was in der schwarz-gelben Koalition Rumoren ausgelöst hatte. In der Koalition hieß es, für einen Verbleib des Karrierebeamten habe sich Bundeskanzlerin Angela Merkel eingesetzt. Wie Schäuble schätze sie seine Sachkompetenz und gute Vernetzung in der Finanzwelt und in der internationalen Finanzpolitik. 

Juncker unterstützt Asmussen
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33 Kommentare zu "EZB-Chefvolkswirt: Asmussen soll Stark-Nachfolger werden"

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  • Asmussen ist ein Goldman Sachs-Jünger. Ein besonders strammer zudem. Erst in Deutschland vor Jahren unter Rot-Grün (welch' ein Hohn!) die ultimative Finanzmarktöffnung installiert, aufgrund dessen die banken dann erst richtig in den Derivatemarkt eingestiegen sind (Landesbanken!), dann die nutzlose HRE mit Steuergeldern gerettet, dabei ganz bewußt die Frist verstreichen lassen, bis zu der die UniCredit hätte haften müssen, usw., usw. Alles mit viel krinineller Energie und Gesetzesverstössen. Der folgende Untersuchungsausschuss die reine Farce, aber beste öffentliche Bühne für die Schuldigen am Dilemma. Damit dieser Herr nicht auspackt, und ihn vor einem möglichen Zugriff der Justiz zu schützen, wird er einfach immer weiter befördert (im doppelten Wortsinne). Weil mir in diesem Forum immer wieder Polemik und Unsachlichkeit vorgeworfen wird, nenne ich die Quellen, auf die ich meine Aussagen stütze: Protokoll der Gespräche zur HRE-Rettung (gab es mal im Internet, jetzt in meinem Archiv), Auszüge aus den Protokollen des U-Ausschusses, verschiedene Artikel in den Medien (HB, WiWo, MM, FTD), die sich sehr ausführlich mit der deutschen Vorgeschichte zur Finanzkrise 2008 beschäftigt haben, als denen der Schreck noch in den Knochen steckte. Fazit: Goldsax ist wieder einmal bestens plaziert.

  • Nachdem das BVG letzte Woche sich nicht zu einer Entscheidung durchringen konnte explizit "offenzulegen", dass aus dem EU-Vertrag heraus kein Rettungsschirm von der Bundesrtepublik verlangt und damit keine solche Hilfe eingefordert werden kann, hat Herr Stark konsequenterweise seine persönliche Notbremse gezogen.

    Hut ab vor diesem Herrn!

    Damit sollte es dem letzten Abgeordneten klar sein, was er anrichtet, sollte er dem Rettungsschirm zustimmen wollen.

    Man darf davon ausgehen, dass Herr Stark aus fachlichen Gründen mit der von der Bundesregierung gefahrenen Linie nicht einverstanden war.

    Ungeachtet der Vorgeschichte von Herrn Asmussen ist es politisch geschmacklos, ihn - als politischer Drahtzieher des Rettungsschirms - mit der Nachfolge von Herrn Stark zu betrauen.

    Hätte es der Bundesregierung nicht besser zu Gesicht gestanden, eine neutrale, kompetente Besetzung anzustreben?

  • Das gerade Herr Asmussen Nachfolger werden soll ist natürlich bedauernswert! Wer sich ein wenig mit dem Lebenslauf des Herren auskennt, weiss, dass das keine wirklich gute Neubesetzung ist! Aber sonst ist ja keiner da, oder?

  • Diese Smarten Milchbärte, sehen ihr Leben nur in der Politik, denn hier können sie bei Fehlern, nicht gleich an die frische Luft zum Arbeiten gesetzt werden.
    Wer einen solchen Lebenslauf hat, wie Herr Jörg Asmussen, ohne Berufspraxis ist prädestiniert, den Posten in der EZB zu begleiten.
    Man kann nur noch den Kopf schütteln.
    Beruflicher Werdegang
    seit Juli 2008 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen
    März 2003 bis
    Juni 2008 Leiter der Abteilung VII
    Finanzmarktpolitik

    Oktober 2002 bis
    Februar 2003
    Unterabteilung E A
    Grundsatzfragen der Europapolitik;
    Finanzielle Grundsatzfragen der europäischen Politiken
    Juli 1999 bis
    Oktober 2002 Leiter des Ministerbüros und Persönlicher Referent
    des Bundesministers der Finanzen
    1998 bis 1999 Persönlicher Referent des Staatssekretärs
    mit den Zuständigkeitsbereichen Europapolitik, Geld und
    Kredit, Internationale Finanz- und Währungspolitik
    1996 bis 1998 Referent im Referat für internationale Wirtschafts- und
    Währungsentwicklung, Internationaler Währungsfonds,
    Wirtschaftsgipfel
    seit 1996 Bundesministerium der Finanzen, Berlin
    1994 bis 1996

    Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH, Köln
    Projektleiter im Bereich Europäische Wirtschafts-,
    Sozial- und Arbeitsmarktpolitik [Glossar]

    Ausbildung
    1991 bis 1992 Bocconi Universität Mailand, Master in Business Administration
    1988 bis 1994 Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Gießen und
    Rheinische Friedrich-Wilhelms- Universität, Bonn
    Abschluss: Diplom-Volkswirt

    Danke

  • Asmussen zur EZB, was dümmeres ist dem alten Herrn Schäuble nicht eingefallen? Nachlesen bei WIKIPEDA, was Asmussen schon alles verbrochen hat. Erst der IKB die Schrottpapiere angedreht und dann die Bank mit in den Ruin geführt, was für eine tolle Leistung. Herr Schäuble kann mit recht später sagen, die EZB wurde von dem SPD-Genossen Asmussen mit in den Untergang getrieben. Bei manchen Leuten in der Regierung und im Bundestag scheint schon lange das "große Vergessen" eingesetzt zu haben, so zerstört man die Reste der Deutschen Demokratie!

  • Deutschland sollte den vakanten Posten Starks nicht besetzen und so verhindern, dass wir auch noch das Feigenblatt für die Ausplünderung Deutschlands und den Ruin der Ramschbank liefern. Ganz abgesehen, dass Asmussen als Politlakei und Vertreter des Finanzestablishments, das die Finanzkrise federführend mitverursacht aber noch keinerlei Verantwortung für den Schaden, der dem deustchen Volk entstanden ist, übernommen hat, aus Sicht des Bürgers den Bock zum Gärtner macht und die denkbar schlechteste Besetzung der Stelle ist.

    Keine Stimme mehr im EZB-Rat zu haben ist verschmerzbar, da wir dort eh nichts mehr zu sagen haben und der Schaden, den die EZB durch ihre unverantwortliche betrügerische und vertragsbrüchige Politik verursacht hat, einerseits nicht mehr zu beheben und andererseits durch ihr Eigenkapital, welches sie bald verzockt haben dürfte, begrenzt ist. Nachschub aus Deutschand gibt es natürlich nicht. Ansonsten sollte die Staatsanwaltschaft langsam beginnen, Akten zu sichten. Die brauchen wir nämich bald, wenn der Betrug auffliegt und Merkel und Schäuble vor Gericht landen, wo sie hingehören.

  • Asmussen ist derjenige der die Deregulierung der Finanzmärkte unter Finanzminister Eichel kräftig vorantrieb und jene Kreditverbriefungen in Deutschland erst erlaubte, die den Absturz von 2008 maßgeblich herbeiführten.

    Er ist zusammen mit Weidmann auch verantwortlich für die Stützung der Commerzbank mit rund 18 Milliarden Steuergeldern, die praktischerweise so konstruiert wurde, dass die CoBa statt der offiziell vereinbarten 9% Zinsen, in Summerund 5 Milliarden Euro, mit einem einfachen Buchungstrick auf 1 Milliarde herunterkam. Ein großer Verlust für die Steuerzahler, ein praktisch zinsloser Kredit für die CoBa.

    Und solche Figuren werden von den Clowns unsderer politischen 'Elite' in Positionen gesetzt, wo sie der Finanzindustrie nooch besser dienen und den Bürgern noch mehr schaden können.

  • Zu Asmussen fällt mir nur die Bezeichnung Schadnager ein!

    http://www.youtube.com/watch?v=ht3ZFKvKkqI&feature=results_video&playnext=1&list=PL6DE21F13E6D87252

  • da macht man den Bock zum Gärtner!

    Asmussen steht für den Schummelbeitritt Griechenlands unter Eichel, die KFW und IKB-Probleme und die riesigen Euro-Rettungsschirme. Daneben ist er mit dem Bankensektor verbandelt.

  • so hat das bei den Schrottpapieren bis 2008 auch funktioniert. Hohe Renditen .....

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