EZB-Chefvolkswirt
„Es drohen uns einige negative Überraschungen“

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark verteidigt die Leitzinssenkung der Notenbank – und dämpft gleichzeitig die Inflationssorgen. An Griechenland gewandt sagt er, dass Solidarität keine Einbahnstraße sei. 
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FrankfurtFür die Stimme könne er nichts, sagt Jürgen Stark. Eine Erkältung sei schuld daran – und nicht, wie mancher jetzt vielleicht denken möge, die gestrige Sitzung bei der Europäischen Zentralbank. Obwohl, sagt der Chefvolkswirt, es wurde auch sehr viel geredet bei der EZB. Stark klingt heiser.

Eigentlich soll der Ökonom auf der 57. Kreditpolitischen Tagung im Hermann-Josef-Abs-Saal über Solidarität und Solidität im Euroland reden. Das tut er auch, aber erst später. Zunächst einmal rechtfertigt er die Leitzinssenkung der EZB. Viele Tageszeitungen hätten geschrieben, dass diese überraschend gekommen sei. „Das war es aber nicht“, sagt Stark.  Wer Herrn Trichet, dem früheren EZB-Chef, Anfang Oktober in Berlin genau zugehört hätte, dem wäre klar gewesen, dass einige Optionen möglich seien – auch eine Zinssenkung.

Stark, der sein Amt in den kommenden Wochen aufgeben wird,  will das klarstellen, gleich zu Beginn seiner Rede. Das ist ihm wichtig. Und das merkt man ihm auch an. Innerhalb der EZB kämpft Stark wie kein Zweiter für die Geldwertstabilität. Er verkündet lieber Zinserhöhungen als -senkungen. Doch diesmal muss es sein.

Die Entscheidung, den Leitzins auf 1,25 Prozent herab zu setzen, habe nichts mit Pragmatismus zu tun, sagt der Ökonom. Sie sei vielmehr nötig gewesen. Dies belegten aktuelle volkswirtschaftliche Daten. Uns drohten in den kommenden Wochen einige negative Überraschungen. Das Wirtschaftswachstum werde sich weiter verlangsamen.

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„Es drohen uns einige negative Überraschungen“

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„Die Griechen müssen ihre Hausaufgaben machen.“

Kommentare zu " EZB-Chefvolkswirt: „Es drohen uns einige negative Überraschungen“"

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  • Den Eindruck hatte ich von Stark auch schon länger. Zuerst sehr hawkish ist er dann auf Linie gebracht worden um vor Kurzem wieder die Wahrheit zu sagen (und damit seinen Rücktritt ankündigen zu müssen). Und nun will er wohl irgendwie noch ein paar Wogen glätten??

    Wahrscheinlich nicht einfach, wenn man sieht, wie das eigene "Lebenswerk" zwischen den Fingern zerrinnt. Anderseits war es auch ein Zerrinnen mit Ansage!

  • @Morchel

    "brutalste Arbeitsbedingungen in den Firmen, usbeutung vom feinsten und das ganze nennt sich Wolhltaten zum Wohle des Volkes."


    Kleine und feine Einschrenkung, was auch die absurdität der Situation erklärt!



    Die wenigsten Menschen in Deutschland sind bei Firmen und erst recht bei den öffentlichen Arbeitgebern brutalen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Wenn überhaupt wenige Michels und zumeißt Ausländer.

    Das ist auch der Grund weshalb es alle noch ohne zu Murren hin nehmen sehenden Auges enteignet zu werden. Weil sie es trotzdem nicht sehen (gilt für die Vermögenden) und auch für die Tagelöhner, weil für sie eh nur die pünktliche Überweisung des Lohns im Vordergrund steht, zu verlieren ist nämlich nahezu nichts da.

    Interessant wird die Geschichte erst wenn entweder die ersten großen Firmenzusammenbrüche kommen oder das Geld weniger wert wird oder eine Kombination darauß.
    .

  • @ Dummschule.Deutschland wie immer einigetreffsichere Kommentare, Michel lässt sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen warum auch es geht ihn doch gut. Für die wirklichen Realisten in diesem Deutschland muss das alles wie ein Alptraum sein. Gebrochene Verträge, komplettes an die Wand fahren des Volkes, brutalste Arbeitsbedingungen in den Firmen, usbeutung vom feinsten und das ganze nennt sich Wolhltaten zum Wohle des Volkes.
    @hilflos die letzten 20 Jahre konnte das Kapital wilde Sau spielen der gegenpool Sowjetunion hatte Selbstmord begangen seitdem war nur noch eins wichtig Manchesterkapitalismus unterm Dckmantel von Demokratie zu realisieren nichts anderes ist geschehen. Wen ich mir da die Tyrkei anschaueso weiss ich nicht warum die jungs GR genommen haben. Nun geht weiter in bei der Euro Efolgsstory die da heisst retten, Rettungsschirm, weiter retten,bis der etter gerettet werden mus. Der Hund beisst in sein Schwanz und dreh sich im Kreis

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