EZB-Chefvolkswirt
Stark: Kein Land ist wirklich sicher

Kurz vor der Rücktrittsankündigung hat Jürgen Stark per Interview die Eurozone gewarnt: Irland, Italien und Spanien seien nicht vor Ansteckung sicher. Damit fährt der EZB-Chefvolkswirt der Bundesregierung in die Parade.
  • 31

DüsseldorfIn der europäischen Schuldenkrise kann sich nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark kein Land in Sicherheit wiegen. „In der aktuellen Situation ist kein Land wirklich geschützt“, sagte er der „Irish Times“, die das Interview am Montag veröffentlichte.

Hier lesen Sie das Interview im Original.

Stark bezog seine Warnung auf die Gefahr, dass Länder plötzlich von Kapitalmarkt abgeschnitten werden könnten - wie beispielsweise Griechenland. „Das kann auch größeren, hoch entwickelten Volkswirtschaften passieren.“ Direkt sprach Stark Irland an, bezog indirekt aber auch Spanien und Italien in seine Warnung mit ein.

Damit baut Stark, der am Freitag seinen Rücktritt angekündigt hat, eine Gegenposition zur Bundesregierung auf. Die geht inzwischen offenbar davon aus, dass der Euro-Rettungsschim EFSF stark genug ist, um bei einer möglichen Insolvenz Griechenlands andere hochverschuldete Krisenstaaten vor der Infektion schützen zu können. Daher wächst die Bereitschaft, Athen den Geldhahn abzudrehen, wenn es die harten Bedingungen für die nächste Kredit-Tranche nicht erfüllt.

Allerdings zeigt auch die aktuelle Marktentwicklung, dass sich diese Position möglicherweise auf einer zu optimistischen Einschätzung der Schlagkraft des EFSF ausgeht: Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Italien und Spanien an den europäischen Anleihemärkten steigen weiter. Die Rendite für die richtungsweisende italienische Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg am Montag im Vormittagshandel um 0,06 Prozentpunkte auf 5,437 Prozent. Die Papiere mit gleicher Laufzeit aus Spanien legten ebenfalls 0,06 Prozentpunkte auf 5,179 Prozent zu.

Zum Vergleich: Die Rendite der als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen rutschte zuletzt auf ein Rekordtief bei 1,708 Prozent. Im frühen Handel lagen die Renditen für die Festverzinslichen allerdings zeitweise deutlich höher. Die Anleihe aus Italien mit einer Laufzeit von zehn Jahren erreichte ein Tageshoch bei 5,510 Prozent, während die Papiere aus Spanien ein Hoch bei 5,363 Prozent markierten.

Seite 1:

Stark: Kein Land ist wirklich sicher

Seite 2:

EZB kauft weiter Anleihen auf

Kommentare zu " EZB-Chefvolkswirt: Stark: Kein Land ist wirklich sicher"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • --@ margrit117888

    dann man ran mit der Auflösung?

    Oder denken Sie im Ernst, dass die DDR Bürger eine entscheidende Rolle gespielt habe, als die Mauewr dann fiel?

    Gorbaschow hat auf Anregung seines Umfeldes die DDR freigegeben und alles andere nahm seinen Lauf. Mag aber sein, dass die Profanen um die Hintergründe bis heute immer noch nicht wissen.

  • --@ margrit117888

    sorry, wenn Ihr Ihr Fähigkeit des Verstehen zu hoch eingeschätzt habe. Aber naja, gewisse Zusammenhänbge erkennt man nur im Westen.

  • Sag ich doch: wir leben in einer verdecken Diktatur. Und wer nicht spurt, der wird - was jetzt die gewählten Volksvertreter angeht- mundtot und damit zum zahnlosen Tiger gemacht.

    In höherer Funktion bedeutet Widerstand dann, schlimmstes Ungemach erleiden zu müssen als Minister, Kanzlerin, Regierungspräsident - diese Riege muss mitspielen, sonst geht es dem Volks aber noch viel schlechter. Das sagen haben die wenigen Eliten, die dann bei den elitären Bilderberger-Treffen diese höheren Regierungsmitglieder entsprechend "auf Linie bringen".

    Glauben Sie es, oder glauben Sie es nicht - es ist so!

    Deshalb braucht auch keiner mehr auf eine Demo - weil sich dadurch nix ändert. Und bei Deinem Abgeordneten brauchst Du auch nicht anklopfen, der ist machtlos.

    Die Neue-Welt-Regierung mit einheitlicher Gesetzgebung und Rechtsprechung bemäntelt sich als freiheitlich demokratisches System, kommt aber in Wahrheit einer globalen Diktatur gleich und soll in zügigen Schritten derzeit installiert werden. Bin gespannt, welches einheitliche Zahlungssystem wir demnächst fressen müssen - vielleicht die Idenditätskarte mit allen Gesundheitsdaten, den Kontodaten, der politischen Gesinnung, Angabe der Beschäftigung, des Familienstands und natürlich der persönlichen Steuernummer - damit ist dann George Orwell endlich Wirklichkeit geworden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%