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EZB-Direktor Asmussen: Frau als oberste Bankenaufseherin empfohlen

Der deutsche Vertreter im Direktorium der Europäischen Zentralbank, Jörg Asmussen, warnt vor bestehenden Unklarheiten in puncto europäischer Bankenaufsicht. Für deren Spitze empfiehlt er indes bereits eine Frau.

Asmussen will nicht mehr über freien Direktoriumsposten streiten. Quelle: dapd
Asmussen will nicht mehr über freien Direktoriumsposten streiten. Quelle: dapd

Frankfurt, WienEZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen rechnet nicht mehr mit einer einheitlichen europäischen Bankenaufsicht unter dem Dach der Notenbank zum Jahreswechsel 2012/13. „Die neue Struktur muss funktionieren können, denn sonst ist nichts gewonnen“, sagte Asmussen am Montagabend laut Redetext in Wien. „Es reicht nicht, wenn wir an den Eurotower in Frankfurt ein neues Schild mit der Aufschrift 'Europäische Zentralbank und Europäische Bankenaufsicht' nageln können, sich in der Sache aber noch nichts Substanzielles geändert hat. Deshalb ist es zweifelhaft, ob wir das Zieldatum 1. Januar 2013 halten können.“

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Diejenigen Länder, die die Bankenaufsicht möglichst schnell unter der EZB zentralisieren wollen, warnte Asmussen vor einem Schnellschuss, dem sich die EZB verweigern werde: „All jenen, die auf die baldige Möglichkeit einer direkten Bankenrekapitalisierung durch den ESM schielen, und es dafür in Kauf nehmen würden, mit einem Schnellschuss und einer halbgaren Lösung bei der Bankenaufsicht zu starten, möchte ich klar sagen: nicht mit uns, dafür riskieren wir nicht die Reputation der EZB!“

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Damit die Europäische Zentralbank (EZB) auch personell auf oberster Ebene gerüstet sei für neue, umfangreichere Aufgaben, forderte Asmussen ein Ende des Streits mit dem Europäischen Parlament über die Besetzung des vakanten Direktoriumspostens mit dem Luxemburger Yves Mersch. Das Parlament blockiert die Berufung Merschs mit dem Argument, es können nicht angehen, dass in EZB-Rat und -Direktorium keine einzige Frau sitze. „Man sollte diese richtige Debatte nicht auf dem Rücken von Yves Mersch austragen“, sagte Asmussen. „Es wäre für das EZB-Direktorium in der jetzigen, schwierigen Lage gut, wenn wir rasch wieder vollständig wären, und jemand mit einer klaren Stabilitätsorientierung wie Yves Mersch würde uns mit seinem Sachverstand und seiner Erfahrung sehr helfen.“

Als eine Art Kompromiss brachte Asmussen – ohne sie zu nennen – indirekt die derzeitige Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Lautenschläger, ins Gespräch für die Leitung der neuen Euro-Bankenaufsicht: „Es gibt zahlreiche fachlich sehr gute Bankenaufseherinnen in Europa. Die neu zu schaffende europäische Bankenaufsicht bietet eine gute Gelegenheit für mehr Frauen in europäischen Spitzenämtern.“

  • 02.10.2012, 15:24 UhrZauberer

    asmussen ist wie regling und draghi ein falscher fufzger. nix weiter. alles was der sagt, klingt doch nach faulem zauber.

  • 02.10.2012, 13:27 Uhrursularenner

    Ich finde es für die Ziele und Aufgaben, die Deutschland mit der EZB verbindet, absolut gefährlich, die europäische Bankenaufsicht bei der EZB anzusiedeln. Europa braucht so etwas wie die BaFin! Die EZB kann und muß ihren Input liefern, aber sie muß unbedingt unabhängig bleiben (inzwischen: wieder werden?), und das geht nicht mit der Bankenaufsicht unter einem Dach. Da sind die Interessens-konflikte vorprogrammiert. Warum gestaltet man nicht ein hierarchisches System: Die europäische Aufsicht beaufsichtigt nur die international aufgestellten Großbanken und vor allem die nationalen Aufsichten, und die wiederum ihre Banken. Hätte es dieses System gegeben, hätte es in Spanien und Irland keine Immobilienblasen gegeben...

  • 02.10.2012, 08:48 Uhreli

    Der Asmussen gibt alles dafür, dazuzugehören. Auch Verrat.

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