EZB-Direktorium
Berlusconi drängt Bini Smaghi zu Rückzug

Der Italiener Lorenzo Bini Smaghi soll seinen Platz im EZB-Direktorium räumen - wegen einer Vereinbarung von Ministerpräsident Berlusconi und Frankreichs Präsident Sarkozy. Doch Bini Smaghi sträubt sich hartnäckig.
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ParisItaliens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat EZB-Direktoriumsmitglied und Landsmann Lorenzo Bini Smaghi aufgefordert, seinen Posten im Führungsgremium der Zentralbank zu räumen. Nur so könne eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zu Frankreich vermieden werden, sagte Berlusconi nach dem Euro-Gipfel am Sonntag.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy habe bei dem Treffen in Brüssel seiner Verärgerung Ausdruck verliehen, dass Bini Smaghi bisher nicht, wie zwischen beiden Ländern verabredet, Platz für einen Franzosen gemacht habe. „Sarkozy begann verärgert zu werden. (...) Dann habe ich irgendwann zu Sarkozy gesagt: „Aber was soll ich tun? Ihn umbringen?'“, sagte Berlusconi vor Journalisten.

In der Vereinbarung vom April hatte Sarkozy zugesichert, die Kandidatur von Italiens Notenbankchef Mario Draghi als Nachfolger von EZB-Chef Jean-Claude Trichet zu unterstützen. Im Gegenzug sollte Bini Smaghi seinen Platz in EZB-Direktorium für einen Franzosen räumen. Bini Smaghi selbst, dessen Amtszeit bis 2013 läuft, sträubt sich dagegen. Jeder Versuch, ihn aus dem Amt zu drängen, sei ein Angriff auf die Unabhängigkeit der EZB. Dabei werde er von der Zentralbank unterstützt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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