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EZB-Personalentscheidung: „In keiner Weise eine Niederlage“

Obwohl Jörg Asmussen bei der EZB nicht planmäßig Chefökonom sondern Außenbeziehungs-Direktor wird, ist Kanzlerin Merkel mit dem Entschluss zufrieden. Auch führende Ökonomen sehen Asmussen in einer Schlüsselfunktion.

Der Ex-Finanzstaatssekretär Asmussen ist „zufrieden“ mit seinem neuen Amt. Quelle: dapd
Der Ex-Finanzstaatssekretär Asmussen ist „zufrieden“ mit seinem neuen Amt. Quelle: dapd

Berlin/Frankfurt am MainDie Bundesregierung hat sich zufrieden geäußert über die Besetzung des Direktoriumspostens für internationale Beziehungen in der Europäischen Zentralbank (EZB) mit dem Deutschen Jörg Asmussen. Bundeskanzlerin Angela Merkel könne mit der Entscheidung in jeder Weise leben, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin. Bei der Nominierung des ehemaligen Finanzstaatssekretärs Asmussen hatte die Bundesregierung Anspruch auf den Posten des EZB-Chefvolkswirtes angemeldet. Dieser ging allerdings an den Belgier Peter Praet.

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Asmussen besetze eine Schlüsselposition, sagte der Regierungssprecher: „Das ist in keiner Weise eine Niederlage.“ Das EZB-Direktorium hatte die Personalentscheidungen am Dienstag bekanntgegeben. Seit Gründung der EZB hatte Deutschland den Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung gestellt. Der bisherige Amtsinhaber Jürgen Stark hatte im September seinen vorzeitigen Rückzug angekündigt. Asmussen wird künftig für einen Großteil der Außenbeziehung der Zentralbank verantwortlich sein.

Infografik Die Spitzenköpfe der EZB

Mario Draghi hat den Posten des EZB-Präsidenten von Jean-Claude Trichet übernommen - und die Führungsspitze der Zentralbank umgebaut. Unsere Infografik zeigt die Besetzung des Direktoriums seit 1998.

Infografik: Die Spitzenköpfe der EZB

Als gelungenen Kompromiss im Sinne einer unabhängigen Zentralbank haben Volkswirte die Neuordnung der EZB-Führung bewertet. Zwar müsse Deutschland erstmals auf den prestigeträchtige Posten des Chefvolkswirts verzichten. Jörg Asmussen als neuer deutscher Vertreter im sechsköpfigen Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalte jedoch als Vertreter der Notenbank auf der internationalen Bühne eine Schlüsselfunktion, erklärten führende Ökonomen am Mittwoch in einer dpa-Umfrage. Das Direktorium leitet das Tagesgeschäft der EZB.

Die EZB hatte sich am Dienstag überraschend auf den Belgier Peter Praet als obersten Volkswirt geeinigt. Der für die Nachfolge von Jürgen Stark favorisierte Ex-Finanzstaatssekretär Asmussen leitet die Abteilung Internationales und die Rechtsabteilung.

Mit der Entscheidung für Praet entschärfte die EZB einen Streit zwischen Deutschland und Frankreich, das mit Benoit Coeuré ebenfalls Anspruch auf den Posten des Chefvolkswirts erhoben hatte. Coeuré übernimmt unter anderem die Abteilung für Marktoperationen der EZB.

  • 05.01.2012, 18:10 UhrWolfgangPress

    Ja, dem stimme ich voll und ganz zu. Der ist gemeinsam mit Steinbrück für das Dilemma der deutschen Banken, genauer gesagt, der Landesbanken, der Hauptverantwortliche.

  • 04.01.2012, 14:19 UhrAnonymer Benutzer: caesarenwahn

    In der Tat keine Niederlage, wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird und trotz katastrophaler Bilanz für die deutsche Volkswirtschaft weiter protegiert wird und noch mehr Schaden anrichten kann.

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