EZB-Präsident
Trichet erhält Kieler Weltwirtschaftspreis

Für Trichet war es ein netter Trip an die Förde inmitten der Griechenland-Krise: Die Verleihung während der Kieler Woche ermöglichte dem obersten europäischen Währungshüter auch ein Wiedersehen mit Altkanzler Schmidt.
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KielKurze Auszeit vom Griechenland-Krisenmanagement: Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hat den Kieler Weltwirtschaftlichen Preis erhalten. Ebenfalls geehrt wurden der ehemalige Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama und frühere US-Finanzminister, Lawrence Summers, sowie der Vorstandschef der First Eastern Investment Group in Hongkong, Victor L.L. Chu.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW), die Stadt Kiel sowie die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein würdigen mit dem undotierten Preis jährlich je einen Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer, die sich als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen Gesellschaft verdient gemacht haben.

Zur Griechenland-Krise äußerte sich Trichet in der Veranstaltung nicht. Er hob die Leistungsfähigkeit der Eurozone hervor. Die Bürger forderten vor allem Preisstabilität, die als Hauptaufgabe der EZB auch erreicht worden sei. Eine Inflationsrate von unter zwei Prozent sei der Maßstab. „Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen“, betonte Trichet. Die EZB werde weiter alles Notwendige tun, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Seit Einführung des Euro seien in den Mitgliedsländern 14 Millionen Arbeitsplätze entstanden. „Das ist sehr, sehr beeindruckend.“ Die USA hätten in dem Zeitraum nur 8 Millionen erreicht.

Für EZB-Präsident Trichet (68), der sein Amt im Herbst an den italienischen Notenbankchef Mario Draghi abgeben wird, bot die von der Sorge um die Stabilität des europäischen Finanzsystems überschattete Veranstaltung die Gelegenheit zum Wiedersehen mit einem guten alten Bekannten: Altkanzler Helmut Schmidt, selbst Preisträger 2007, war ebenfalls an die Förde gekommen.

Trichet arbeite als „glühender Europäer“ wie ein Besessener für die europäische Gemeinschaftswährung und dafür, dass die Marktwirtschaft stabiler, leistungsfähiger und fairer gestaltet werde, sagte IfW-Präsident Prof. Dennis J. Snower. Summers würdigte er als einen der bekanntesten und profiliertesten Ökonomen der USA. Er habe es als Finanzminister (1999-2001) geschafft, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und sogar Überschüsse zu erzielen. Preisträger Chu sei Pionier der asiatischen Finanzmärkte, sagte Snower. „Er ist ein Brückenbauer zwischen Investoren und Märkten, zwischen Regierungen, zwischen Kontinenten.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ich würde ihm ne runde knast verleihen- wegen vorsätzlichen zuwiderhandelns gegen geschlossene verträge und vereinbarungen.

  • für seine verdienste um den euro bekommt mr. trichet völlig zu recht den preis.

  • Es wäre klug gewesen mit den ganzen Preisverleihungen für Trichet ein paar Jahre zu warten bis man sehen kann was seine Taten tatsächlich bewirkt haben. Hat er die EZB nicht durch den Kauf von Griechenlandanleihen praktisch ruiniert und zur "European Central Bad Bank" gemacht? Wenn man genau hinsieht verhindert er gerade dadurch die notwendige Umschuldung Griechenlands. Ich weis nicht ob man dafür voreilig Preise verleihen sollte.

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