Fahndung nach Attentätern
Richter lässt sechs Marokkaner nach Madrid-Anschlägen frei

Ein spanischer Ermittlungsrichter hat sechs Verdächtige freigelassen, die im Zusammenhang mit den Attentaten vom 11. März in Madrid festgenommen worden waren. Dabei handelte es sich um Marokkaner, die mit einzelnen mutmaßlichen Mitgliedern der Terrorzelle Kontakt gehabt hatten.

HB MADRID. 18 Verdächtige seien weiterhin in Gewahrsam, sagte ein Vertreter der Justiz. Alle hätten Verdächtige gekannt, die in die Bombenanschläge auf mehrere Pendlerzüge verwickelt gewesen seien, sie hätten selbst aber keine Rolle bei den Attentaten gespielt. Die Behörden machen Moslem-Extremisten für die Anschläge verantwortlich, bei denen 191 Menschen getötet wurden.

Einer der Freigelassenen sei ein Arbeiter, der wie tausende andere illegal mit einem Boot von Marokko nach Spanien eingewandert sei. „Er beklagte, wie schwer es für ihn gewesen sei, nach Spanien zu gelangen“, sagte der Justizsprecher nach den Vernehmungen des Mannes.

Er und zwei weitere Männer, die in der Region um Madrid festgenommen worden waren, kannten nach Justizangaben einen Mann, der eine Wohnung am Stadtrand von Madrid angemietet hatte. Diese hatte als Unterschlupf für Personen gedient, die zu den Hauptverdächtigen gehören. In der Wohnung hatten sich sieben Verdächtige am 3. April in die Luft gesprengt, als die Polizei sie aufgespürt hatte. Auch ein Polizist wurde dabei getötet.

Die drei anderen freigelassenen Marokkaner waren in oder bei Malaga im Süden Spanien festgenommen worden. Sie waren mit Said Berradsch bekannt oder verwandt, der mit internationalem Haftbefehl wegen der Anschläge gesucht wird. Berradschs Aufenthaltsort ist unbekannt, Ermittler vermuten aber, dass er bei der Explosion in der Wohnung getötet wurde. Die sterblichen Überreste dreier Personen konnten nicht identifiziert werden.

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