Fahndung nach Madrid-Attentätern
Terror-Verdächtige werden auch in Deutschland gesucht

Spuren der Attentäter von Madrid führen nach spanischen Medienberichten offenbar auch nach Deutschland. Danach könnten fünf der per Haftbefehlt gesuchten terror-Verdächtigen in Deutschland, Großbritannien oder Marokko untergetaucht sein.

HB MADRID. Der spanische Ermittlungsrichter Juan del Olmo erließ internationale Haftbefehle gegen die fünf Verdächtigen, die sich an den Anschlägen vom 11. März auf vier Pendlerzüge beteiligt und anschließend ins Ausland abgesetzt haben sollen.

Zudem ordnete er die erneute Festnahme des Marokkaners Fouad A. an, der in der vorigen Woche in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der 28-Jährige hatte zeitweise in Deutschland gewohnt. In Spanien geriet er in den Verdacht, an den Attentaten vom 11. März in Madrid beteiligt gewesen zu sein. Bei den Anschlägen waren 191 Menschen getötet und mehr als 1500 verletzt worden.

Fouad A., dessen Wohnung in Darmstadt die Polizei durchsuchte, war am Dienstag wegen mangelnder Verdachtsmomente auf freien Fuß gesetzt worden. Die erneute Festnahme wurde nach Angaben der Zeitung „El País“ (Internetausgabe) damit begründet, dass von ihm Fingerabdrücke in der Bombenwerkstatt der Attentäter aufgetaucht seien. Der Marokkaner teilte in Spanien eine Wohnung mit einem Syrer, der einer der Bombenleger gewesen sein soll.

Spaniens Innenminister Angel Acebes betonte, die Ermittler arbeiteten bei der Fahndung nach den flüchtigen Terrorverdächtigen vor allem mit den Behörden in Großbritannien, Marokko und Deutschland zusammen. Zu den Gesuchten, gegen die internationale Haftbefehle erlassen wurden, gehört auch der Marokkaner Abdelkarim Mejjati. Der 36-Jährige steht im Verdacht, das „Hirn“ des Terrorkommandos gewesen zu sein. In seiner Heimat wird er wegen der Anschläge in Casablanca gesucht, bei denen im Mai vorigen Jahres 45 Menschen getötet wurden.

Unterdessen wurde bekannt, dass die spanische Polizei bei der Fahndung nach den Attentätern einen weiteren Verdächtigen festgenommen hat. Nähere Einzelheiten und die Nationalität des Festgenommenen wurden zunächst nicht bekannt. Damit stieg die Zahl der Festnahmen seit den Anschlägen vom 11. März auf 24. Gegen 14 Verdächtige erließ der Ermittlungsrichter Juan del Olmo Haftbefehl.

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