Fahrer reagierte offenbar nicht auf Haltesignale: Bush sagt Aufklärung über Schüsse auf freigelassene Journalistin zu

Fahrer reagierte offenbar nicht auf Haltesignale
Bush sagt Aufklärung über Schüsse auf freigelassene Journalistin zu

HB BERLIN. Die USA haben Italien zugesagt, die Umstände aufzuklären, die zum Tod eines italienischen Geheimdienstmitarbeiters und zur Verletzung der freigelassenen Journalistin Giuliana Sgrena geführt haben. Wie italienische Medien weiter berichteten, rief US-Präsident George W. Bush beim italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi an und bedauerte den Vorfall.

Das Auto mit der kurz zuvor Freigelassenen Sgrena war von US-Soldaten auf dem Weg zum Flughafen von Bagdad an einem Kontrollpunkt beschossen worden. Sgrena war noch in der Nacht an der Lunge operiert worden. Es ist vorgesehen, dass sie noch am heutigen Samstag nach Italien zurückkehrt.

Die US-Armee erklärte, wie es aus ihrer Sicht zu dem Vorfall kam, bei dem der Geheimdienstoffizier getötet und neben Sgrena noch ein weiterer Mensch verletzt worden war. Demnach war der Wagen mit hoher Geschwindigkeit auf eine Straßensperre zugefahren. Der Fahrer habe Aufrufe zum Bremsen mehrfach ignoriert, heißt es in der Erklärung, die die 3. US-Infanteriedivision in Bagdad veröffentlichte. Der Fahrer sei zunächst mit Handzeichen und Blinklicht zum Bremsen aufgefordert worden. Anschließend hätten die Soldaten Warnschüsse abgegeben und erst danach auf den Motorblock des Autos gezielt.

Nach dem Bekanntwerden der Ereignisse im Irak sagte Berlusconi im Fernsehen: «Wir suchen die Verantwortlichen. Für einen so schwerwiegenden Vorfall muss jemand die Verantwortung übernehmen.» Der US-Botschafter in Rom, Mel Sembler, der von Berlusconi einbestellt worden war, sprach sein Beileid aus.

Sgrena, die für die italienische Zeitung «Il Manifesto» und die Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit» tätig ist, war am 4. Februar in Bagdad von Unbekannten verschleppt worden. Seitdem hatten sich die Geheimdienste um eine Freilassung bemüht.

Unter welchen Umständen sie frei kam, war zunächst unklar. In einem am Abend vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlten Video bedankte sich Sgrena bei ihren Entführern für die «gute Behandlung» während ihrer Gefangenschaft.

Mitte Februar war ein Video verbreitet worden, auf dem die Journalistin die Regierung in Rom unter Tränen aufrief, den Forderungen der Kidnapper nachzugeben und die 3000 italienischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Die italienische Regierung lehnte dies ab.

Erst am 19. Februar hatten Hunderttausende Menschen in Rom für die Freilassung der Geisel demonstriert. Auch Papst Johannes Paul II. hatte zur Freilassung der Journalistin aufgerufen.

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