Falklandinseln
Erst der Krieg, dann der Fisch

25 Jahre nach dem Krieg um die Falklandinseln zwischen England und Argentinien ist das Archipel ein wirtschaftlich starker Standort mit hohen Einnahmen durch die Fischerei. Auch wenn die Auseinandersetzung damals nicht die „Befreiung“ der Falklands von den Briten brachte – einschneidende Änderungen gab es trotzdem. Argentinien knirscht derweil mit den Zähnen.

STANLEY. Zuerst ist es nur ein grünweißer Strich. Nach und nach lassen sich die Konturen eines langen weißen Gebäudes mit grünem Spitzdach erkennen, auf dem drei Holztafeln thronen: „Falklands Islands Company“ steht dort. Es ist das Erste, was ins Auge fällt, wenn man sich Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln, vom Wasser nähert. Die „Falklands Islands Company“ (FIC), 1851 von englischen Händlern gegründet, ist mit 100 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber der Falklands.

Doch das ist nichts im Vergleich zu früher, als die FIC auf diesem felsigen, kargen Eiland im Südatlantik nach bester Kolonialmanier die gesamte Wirtschaft beherrschte, mehr als die Hälfte des Farmlandes besaß und die Erträge aus der lukrativen Wolleproduktion direkt den Londoner Aktionären zuflossen.

„Die Farmer leben in Häusern auf firmeneigenem Land. Sie kaufen in firmeneigenen Läden Güter, die von firmeneigenen Schiffen geliefert wurden, und ihre Rechnungen werden von den Löhnen der Firma abgezogen: Die Falklands sind firmeneigene Inseln“, schrieb der Journalist Ian Jack 1978 in der „Sunday Times“.

Das galt bis vor 25 Jahren, bis der argentinische Diktator Leopoldo Galtieri den 500 Kilometer entfernten Archipel besetzen ließ und den Falkland-Krieg auslöste. Danach begann eine neue Zeitrechnung für die Bewohner der Inseln, die seit mehr als 150 Jahren de facto zum britischen Königreich gehören.

Am 2. April 1982 marschierten die argentinischen Truppen ein. Galtieri setzte auf eine Welle der Sympathie für seine geschwächte Regierung, ist doch der Anspruch auf die Falklandinseln eines der wenigen Dinge, über die in Argentinien seit jeher Konsens herrscht. Daneben hatte es Galtieri auf die Ölvorkommen in der Region abgesehen. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher reagierte prompt und setzte ihre Truppen in Marsch. Nach fünf Wochen hatten sie die Eindringlinge wieder vertrieben. 1 000 Soldaten fielen.

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