Fall Litwinenko
Polizei hat schlechte Polonium-Nachrichten

Im Fall des Polonium-Fundes in Hamburg gibt es neue Erkenntnisse - und zwar keine guten: Die Polizei hat für 15 Uhr zu einer Pressekonferenz geladen und bereitet die Öffentlichkeit darauf mit düsteren Worten vor: Es gebe schlechte Neuigkeiten, sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin.

HB HAMBURG. „Möglicherweise sind weitere Personen betroffen“, sagte Schöpflin. Auf die Frage, ob das bedeute, dass weitere Personen in Hamburg mit Strahlung kontaminiert seien, sagte Schöpflin, der Verdacht liege vor. Für weitere Auskünfte verwies Schöpflin auf die Pressekonferenz.

Gut zwei Wochen nach dem Tod des russischen Exspions Alexander Litvinenko durch eine Polonium-Vergiftung waren am Wochenende in Hamburg im Umfeld des russischen Geschäftsmanns Dimitrij Kowtun Spuren des Strahlengiftes Polonium 210 nachgewiesen worden. Bisher hatten die Untersuchungen bei Personen, mit denen Kovtun während seinen Aufenthaltes in Hamburg in Kontakt gekommen war, keine Zeichen von Verstrahlung aufgewiesen, lediglich Gegenstände waren kontaminiert.

Neue Erkenntnisse erhofft sich die Sonderkommission „Der Dritte Mann“ von einem britischen Beamten, der am Montag in Hamburg eintraf. Der Verbindungsbeamte zur Groß-Londoner Polizeibehörde Scotland Yard wurde laut Hamburger Polizei zunächst im Präsidium von der Sonderkommission über den Stand der Ermittlungen informiert. „Wir tauschen uns gegenseitig aus, damit wir in unseren Ermittlungen voran kommen“, sagte Pressesprecher Schöpflin.

Währenddessen gingen laut Polizei die Untersuchungen der Orte weiter, an denen sich der Litvinenko-Verbindungsmann Kowtun aufgehalten und radioaktive Strahlung hinterlassen hatte. Die Spuren in dem BMW, den Kovtun genutzt hatte, konnten eindeutig geklärt werden. „Es ist definitiv Polonium“, sagte Schöpflin. Er rechne damit, dass sich auch die an einem Dokument der Ausländerbehörde sowie im Haus der ehemaligen Schwiegermutter in Haselau gefundene Strahlung als Polonium herausstellen werde.

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