Fall Litwinenko
Russische Geheimdienstler unter Verdacht

In der Affäre um den Gifttod des Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko in London richtet sich der Verdacht nach einem Pressebericht zunehmend gegen russische Geheimdienstler. Die Agenten gehören derselben Behörde an, für die Litwinenko selbst früher arbeitete.

HB LONDON. Scotland Yard halte es inzwischen für „wahrscheinlich“, dass es ein Komplott gegeben habe, an dem frühere oder jetzige Mitarbeiter des Inlands-Geheimdienstes FSB beteiligt waren, berichtete die britische Tageszeitung „The Guardian“ am Freitag. Dagegen gelte eine Verwicklung des Kremls inzwischen als ausgeschlossen.

Der „Guardian“ berichtete unter Berufung auf britische Ermittler, Litwinenko könne das Opfer von „Schurkenelementen“ innerhalb des russischen Staates geworden sein. Diese These wird in der Affäre von Anfang an verfolgt, zumal Litwinenko früher selbst als Agent beim FSB sowie dessen Vorgängerorganisation KGB beschäftigt war. Begründet wird der Verdacht damit, dass nur Profis in Russland Zugang zu staatlichen Nuklearlabors hätten und einen solchen Plan ausgetüftelt haben könnten.

Litwinenko war am Donnerstag vergangener Woche an den Folgen einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben. Der Leichnam soll am Freitag erstmals obduziert werden. Nach Angaben des „Guardian“ richtet sich der Verdacht gegen eine Gruppe von mindestens fünf Russen, die zum Champions-League-Spiel Arsenal London gegen ZSKA Moskau am 1. November nach Großbritannien kamen und kurz darauf wieder abreisten. Am selben Tag fand vermutlich auch der mutmaßliche Giftanschlag statt.

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