Falludscha
IS missbraucht offenbar Familien als Schutzschilde

Eine Militäroffensive soll die irakische Stadt Falludscha von der Terrormiliz IS befreien. Diese wehrt sich nicht nur mit Waffen. Die Uno berichtet, der IS bringe die in der Stadt eingeschlossenen Zivilisten in Stellung.

New YorkAngesichts der Militäroffensive zur Rückeroberung der irakischen Stadt Falludscha von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) fürchten die Vereinten Nationen, dass diese dort 300 bis 400 Familien als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Es gebe "glaubwürdige Informationen", wonach der IS Familien verstärkt ins Zentrum von Falludscha bringe und ihnen nicht erlaube, "diese Sammelplätze zu verlassen", sagte die stellvertretende UN-Gesandte für den Irak, Lise Grande, am Dienstag vor Medienvertretern in New York.

Dies lege nahe, dass der IS "sie als menschliche Schutzschilde benutzt oder die Absicht hat, sie als solche zu verwenden". Die betroffenen Familien seien "in großer Gefahr, wenn es eine militärische Auseinandersetzung gibt", warnte Grande.

Die irakische Armee hatte am Montag begonnen, aus drei Richtungen in die vom IS kontrollierte Stadt Falludscha einzudringen. Am Dienstagmorgen starteten die Dschihadisten allerdings einen heftigen Gegenangriff.

In der 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt sind rund 50.000 Zivilisten eingeschlossen. Der Norwegische Flüchtlingsrat, der nahe Falludscha mehrere Flüchtlingscamps betreibt, warnte vor einer "humanitären Katastrophe" in der Stadt.

Zum Schutz der Zivilisten verlangsamte die irakische Armee ihr Vordringen. Die Regierung in Bagdad sei sich der Notwendigkeit, die Zivilbevölkerung während der Offensive zu schützen, "sehr bewusst", sagte Grande.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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