Falscher Flughafen
Dschihadisten-Festnahme in Frankreich gescheitert

Die französische Polizei wollte drei aus Syrien zurückkehrende Dschihadisten festnehmen. Doch die Operation ging schief, die Beamten warteten am falschen Flughafen. Schuld dürfte in erster Linie aber die Türkei sein.
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ParisBei einer geplanten Festnahme von drei islamistischen Syrien-Rückkehrern ist den Sicherheitsbehörden in Frankreich eine schwere Panne unterlaufen: Die mutmaßlichen Syrien-Kämpfer konnten über die Türkei zurück nach Frankreich reisen, ohne von der Polizei behelligt zu werden, denn die Beamten warteten am falschen Flughafen auf die Verdächtigen, wie die französische Regierung einräumen musste. Die Regierung machte am Mittwoch vor allem die Türkei für den schweren Fehler verantwortlich.

Das französische Innenministerium hatte am Dienstag bereits fälschlicherweise die Festnahme der drei Dschihadisten gemeldet, die dem islamistischen Attentäter Mohamed Merah aus Toulouse nahestehen, der im März 2012 in Südfrankreich sieben Menschen erschossen hatte, bevor er von der Polizei getötet wurde. Die drei Verdächtigen seien am Paris Flughafen Orly festgenommen worden, nachdem sie im August in der Türkei festgenommen worden waren, hatte das Ministerium zunächst verkündet.

Die drei Syrien-Rückkehrer waren in Istanbul aber in ein Flugzeug in das südfranzösische Marseille gesetzt worden, nachdem sich der Pilot der Maschine nach Paris geweigert hatte, die Passagiere wegen fehlender Papiere an Bord zu nehmen. Mit ihren Reisepässen kamen die drei Männer in Marseille dann durch die Sicherheitskontrollen, ohne aufzufallen und festgenommen zu werden.

Zu den Verdächtigen, die Anfang des Jahres nach Syrien gereist waren, zählt der 29-jährige Ehemann von Mohamed Merahs Schwester Souad, die sich derzeit vermutlich in Algerien aufhält.

Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian räumte am Mittwoch ein „großes Wirrwarr“ rund um die drei Syrien-Rückkehrer ein. Im Sender France Info machte er aber in erster Linie die fehlende Zusammenarbeit der türkischen Behörden dafür verantwortlich. Allerdings räumte er auch ein, dass das System zur Kontrolle der Reisepässe in Marseille versagt habe. In Frankreich sind die Sicherheitsbehörden derzeit zu höchster Vorsicht aufgerufen, weil die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) wegen der französischen Luftangriffe auf ihre Stellungen im Irak zum Mord an Franzosen aufgerufen hat.

Die drei Syrien-Rückkehrer waren nach Angaben ihrer Anwälte selbst überrascht, dass sie bei ihrer Ankunft in Frankreich nicht festgenommen wurden. Sie ließen am Mittwoch über einen ihrer Anwälte mitteilen, dass sie sich der Polizei in Le Caylar gestellt hätten, ein Dörfchen mit rund 500 Einwohnern im Süden Frankreichs. Der Gendarmerie-Posten sei am Vormittag zunächst geschlossen gewesen, als sie dort geklingelt hätten. "Eine Patrouille der Gendarmerie" habe sich dann auf den Weg gemacht, um die drei mutmaßlichen Syrien-Kämpfer festzunehmen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Falscher Flughafen: Dschihadisten-Festnahme in Frankreich gescheitert"

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  • Mich wundert es, daß diese Realsatire sich nicht in D zugetragen hat, sondern in F.

    Daß sich die drei Islamisten selbst gestellt haben, zeigt, daß sie nicht vollständig böse ein können.

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