Fast 70 Tote bei Anschlägen in Pakistan
Islamisten rächen sich nach Sturm auf Rote Moschee

Nach der Erstürmung der Roten Moschee in Islamabad sind am Wochenende bei Selbstmordanschlägen auf pakistanische Sicherheitskräfte mindestens 68 Menschen getötet worden. Unterdessen herrscht weiter Unlarheit über die Zahl der Menschen, die bei der Militäraktion zu Beginn der Woche verletzt oder getötet wurden.

HB ISLAMABAD. Nach der Einnahme des Gotteshauses durch die Sicherheitskräfte am vorigen Dienstag und Mittwoch hatten die Extremisten Rache geschworen. Bei der einwöchigen Belagerung und Militäraktion waren nach Behördenangaben 102 Menschen ums Leben gekommen, darunter 11 Soldaten.

In der Stadt Dera Ismail Khan in der Nordwest-Grenzprovinz sprengte sich am Sonntag ein Attentäter vor einem Anwerbungsbüro der Polizei in die Luft und riss 26 Menschen mit in den Tod, darunter 15 Polizisten. Dutzende Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie Ärzte weiter berichteten. Im Bezirk Swat in einer anderen Gegend der Provinz starben nach Militärangaben 15 Menschen, darunter 11 Soldaten, als zwei Selbstmordattentäter mit ihren Bombenautos an einer Bushaltestelle in eine Militärkolonne rasten. Gleichzeitig explodierte eine Landmine. Zwei Militärfahrzeuge und ein Bus seien zerstört worden. Viele der 39 Verletzten waren in kritischem Zustand.

Erst am Vortag waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen pakistanischen Militärkonvoi im Nordwesten des Landes 24 Soldaten getötet und 29 verletzt worden. Die Täter hatten einen mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Fahrzeugkolonne der Armee gesteuert.

Mit den Truppentransporten sollten die Sicherheitskräfte in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan verstärkt werden. Diese gelten als Rückzugsgebiet von radikalislamischen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer. In den vergangenen Tagen hatte es in der schwer zugänglichen Region wiederholt Angriffe und Anschläge gegeben. Entgegen der bisherigen Darstellung sind bei der Erstürmung der Roten Moschee mindestens 15 Frauen und Kinder getötet worden. Bis zu 60 der bei der Militäraktion Getöteten seien militante Islamisten gewesen, der Rest Frauen und Kinder, berichtete die Zeitung „Dawn“ am Samstag unter Berufung auf Innenstaatssekretär Kamal Shah.

Augenzeugen hatten nach der Aktion von mehreren hundert Toten berichtet. Kritiker hatten der Regierung vorgeworfen, sie verschleiere die wahre Zahl der Opfer, um keine Empörung in der Öffentlichkeit auszulösen.

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