Fatah contra Hamas
Brüchige Waffenruhe in Gaza

Die Gefahr eines Bürgerkriegs im Gazastreifen ist erst einmal gebannt. Die rivalisierenden Palästinenser-Organisationen Fatah und Hamas haben eine Waffenruhe ausgehandelt. Jedoch halten sich bei weitem nicht alle ihrer Anhänger an die Vereinbarung. Es fallen weiterhin Schüsse.

HB GAZA. In Gaza habe sich die Lage am Montagmorgen beruhigt, berichtete der US-Nachrichtensender CNN, nachdem zuvor in Fernsehberichten noch heftige Schusswechsel zu hören gewesen waren. Der britische Fernsehsender BBC sprach von Gefechten in der Nähe der Büros von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Am Sonntagabend hatten beide Gruppierungen ein Ende der Feindseligkeiten verabredet. Palästinenserführer verkündeten die Waffenruhe nach Mitternacht auf einer Pressekonferenz. Kurz nach der Bekanntgabe wurden bei einem Schusswechsel jedoch zwei Mitglieder einer Hamas-Polizeieinheit verletzt. Gruppen schwer bewaffneter Anhänger beider Seiten waren auf den Straßen von Gaza zu sehen.

Ibrahim Abu Nadscha von der Fatah sagte, es werde „keine Gnade“ für diejenigen geben, die die Waffenruhe brechen würden. Er kündigte die Bildung eines Komitees zur Untersuchung der Kämpfe an, bei denen am Wochenende drei Menschen getötet worden waren.

Hamas-Sprecher Ismail Radwan sagte, Fatah und Hamas hätten sich darauf geeinigt, die Gespräche über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit wieder aufzunehmen, ihre Kämpfer von den Straßen zurückzuziehen, Entführte freizulassen und die Belagerung der Ministerien aufzuheben.

Die Waffenruhe war von den kleineren radikalen Gruppen Islamischer Dschihad, der Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas und der Volksfront für die Befreiung Palästinas ausgehandelt worden.

Auslöser der bürgerkriegsähnlichen Unruhen war die Ankündigung von Palastinenser-Präsident Mahmud Abbas, Neuwahlen anzusetzen, um im Machtkampf zwischen seiner Fatah und der rivalisierenden Hamas eine Entscheidung herbeizuführen. Die Hamas, die die Regierung stellt, sprach daraufhin von einem „Putsch“ und kündigte an, die Wahlen nicht zuzulassen. Ministerpräsident Ismail Hanija warf Abbas Verfassungsbruch vor. Das Verhalten von Abbas sei „provokant“, sagte er am Sonntag bei einem Treffen mit seinen Ministern in Gaza. „Die palästinensische Regierung ist dazu bestimmt, Recht und Ordnung durchzusetzen und für den Schutz und die Sicherheit den Menschen zu sorgen“, sagte Hanija.

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