Fatah-Hamas-Versöhnung
Merkel lehnt baldigen Palästinenserstaat ab

Auch nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaats gegen den Willen Israels ab.
  • 8

BerlinIn der EU droht wegen der Nahost-Politik ein neuer außenpolitischer Konflikt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt die von Frankreich in Aussicht gestellte Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaats auch gegen den Willen Israels ab.

„Wir sind der Auffassung, dass einseitige Schritte nicht helfen“, sagte sie am Donnerstag nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dazu in Berlin. Zunächst müssten die Verhandlungen über den Friedensprozess mit Israel möglichst rasch wieder in Gang kommen. „Die Zeit dafür drängt“, sagte sie. Alle Beteiligten müssten sich jetzt auf schnelle Fortschritte bei der Verhandlungen konzentrieren. In diese Richtung arbeite auch Paris.

Merkel hatte bereits im April klargestellt, Deutschland werde eine einseitige Unabhängigkeitserklärung der Palästinenser nicht akzeptieren.

Zurückhaltend äußerte sich die Kanzlerin auch zu dem in Kairo besiegelten Versöhnungsabkommen zwischen den bislang verfeindeten Palästinenserfraktionen Fatah und Hamas. Von palästinensischer Seite notwendig sei die klare Anerkennung des Existenzrechts Israels, ein Gewaltverzicht und die Bereitschaft zu Verhandlungen.

Abbas sagte, die Palästinenser seien das einzige Volk, das seit 63 Jahren unter Besatzung stehe. „Wir sagen der Welt: Was steht dem entgegen, dass wir ein Mitglied (der Vereinten Nationen) werden.“ Er zeigte sich aber bereit, über den Zeitpunkt der staatlichen Unabhängigkeit zu verhandeln.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „L'Express“ erklärt: „Wenn der Friedensprozess im September immer noch an einem toten Punkt ist, wird Frankreich in Bezug auf die zentrale Frage der Anerkennung eines palästinensischen Staates seine Verantwortung übernehmen.“ Bislang haben weltweit bereits mehr als 110 Staaten Palästina diplomatisch anerkannt. Dazu gehören auch EU-Mitglieder wie Polen, Rumänien, Bulgarien, Tschechien oder Ungarn. Weiter zählen dazu Länder wie Brasilien, China, Indien, Russland oder Südafrika.

Seite 1:

Merkel lehnt baldigen Palästinenserstaat ab

Seite 2:

Skepsis überwiegt

Kommentare zu " Fatah-Hamas-Versöhnung: Merkel lehnt baldigen Palästinenserstaat ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wann sprechen sich die USA, Russland und China sowie Grossbritanien für einen Friedensvertrag mit dem Deutschen Reich aus?

    Bei den Vereinsten Nationen soll doch ein verwaister Stuhl stehen, der besetzt werden müsste.

    Nur mit einem Friedensvertrag werden wir souverän!

  • Solche Texte kennen wir vor allem aus Links gerichteten Medien (Junge Welt,Neues Deutschland usw...)dabei hat Ägypten die Grenze zu Gaza geöffnet , es kommen neben Lebensmittel auch Terroristen nach Gaza ,Waffen und die Moslembrüder heizen die Situation noch weiter an.
    Es gibt einen freien Reiseverkehr sowohl für Ägypter als auch für die PA in Gaza .
    Das Problem ist nicht Israel ,das Problem sind die Radikalen Islamisten .

  • Die Frau Merkel hat demnach umsichtige Berater ,auf der Liste der EU-Länder die ein "Palästina" anerkennen sind nicht gerade Politische Schwergewichte .
    Ich mag die Merkel nicht , aber in diesem einen punkt gebe ich ihr recht !
    Es muss eine Verhandlung stattfinden und es muss über alles verhandelt werden dürfen über Jerusalem ebenso wie über ein "Palästina " in anderen grenzen als die heute diskutierten !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%