Fatah Tanzim Brigade aus dem Balata-Flüchtlingslager bekennt sich
20 Euro für ein Bombenattentat

Die Gewalt im Nahen Osten nimmt immer groteskere Züge an: Am Mittwoch hat eine Palästinenser-Gruppe einen geistig behinderten Jungen für einen Anschlag angeheuert. Israelische Soldaten fassten den 14-Jährigen mit einem Bombengürtel um den Bauch.

HB TEL AVIV/NABLUS. Der Junge sei an der Kontrollstelle Hawara bei Nablus festgenommen worden, teilte das Armeehauptquartier in Tel Aviv am Mittwoch mit. Sprengstoffexperten hätten den Jungen mit einem ferngesteuerten Robotergerät von dem Gürtel befreit. Die israelische Regierung warf militanten Palästinensern vor, zunehmend Kinder in dem Konflikt einzusetzen.

Die Soldaten hätten am Mittwoch alle Passanten an dem Kontrollpunkt strikt kontrolliert, berichtete ein palästinensischer Augenzeuge am Abend. Der Junge habe sich geweigert, seine Jacke auszuziehen und sei deswegen auf Distanz gehalten worden. Er habe dann gestanden, einen Sprengsatz mit sich zu führen. Der 14- Jährige leide am Down-Syndrom, sagte der Palästinenser weiter. Er sei in Nablus vielen Menschen bekannt, weil er oft bei Demonstrationen dabei sei.

Der Kommandant des Wachposten im Westjordanland sagte dem Armeesender, der Palästinenser sei auf Soldaten zugerannt und habe offenbar beabsichtigt, den Sprengstoff zu zünden. In einer kontrollierten Explosion sei der Sprengstoffgürtel zerstört worden. Soldaten an dem Kontrollpunkt sagten dem Armeesender, die Urheber des versuchten Anschlages hätten dem Jungen dafür 100 Schekel gegeben (etwa 20 €). Der israelischen Zeitung "Haaretz" zufolge hat sich die Fatah Tanzim Brigade aus dem Balata-Flüchtlingslager dazu bekannt, den Jungen mit dem Sprengstoff losgeschickt zu haben. Zunächst hatte die Armee das Alter des Jungen mit zwölf Jahren angegeben.

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