Favorit Dean fällt vor der ersten Vorwahl zur Ermittlung des Herausforderers von Präsident Bush zurück: US-Demokraten machen es spannend

Favorit Dean fällt vor der ersten Vorwahl zur Ermittlung des Herausforderers von Präsident Bush zurück
US-Demokraten machen es spannend

Es wird spannend: Kurz vor den am Montag beginnenden Vorwahlen zur Ermittlung des Herausforderers von US-Präsident George W. Bush liegen im Bundesstaat Iowa vier Oppositionskandidaten Kopf an Kopf: Nach einer am Sonntag in der Regionalzeitung „Des Moines Register“ veröffentlichten Umfrage hat sich Senator John Kerry mit etwas mehr als einem Viertel der Stimmen an die Spitze der Demokraten gesetzt. Es folgen Senator John Edwards mit 23 %, der ehemalige Gouverneur Howard Dean mit 20 % und der Kongressabgeordnete Richard Gephardt ( 18 %).

DES MOINES. Das demoskopische Tief für Howard Dean hat in den letzten Tagen angehalten. Mit seinem Kurs, der Bush-Regierung in Washington die Leviten zu lesen, hatte sich der selbsterklärte Außenseiter zunächst als Favorit positioniert. Er erschien mit seiner frühen Kritik am Irak-Krieg als der natürliche Gegenpol zu Bush. Doch seit der Gefangennahme Saddam Husseins ist Dean ein Kernstück seiner Programmatik weggebrochen. Zudem haben die zahlreichen Attacken der sieben Mitbewerber an seiner Popularität gekratzt. Hinzu kommen einige Negativgeschichten in der Presse: So hatte der Kandidat Ende der 90er Jahre die Abstimmung in Iowa – traditionell die erste im amerikanischen Vorwahlzirkus – als Tummelplatz für „Extremisten“ bezeichnet. Kritiker werfen ihm deshalb vor: „Dean schießt zu sehr aus der Hüfte.“

Der Kampagnenstil des Ex-Gouverneurs aus Vermont entwickelt sich zu seinem Problem: Einerseits mobilisiert er damit die Wähler, andererseits eckt er an. Seine Anhänger rühmen seine Offenheit und respektlosen Angriffe gegen Bush – unabhängige Wähler fühlen sich abgestoßen.

Von Deans Schwäche profitieren die Senatoren John Kerry aus Massachusetts und John Edwards aus North Carolina. Kerry wirbt mit seiner langjährigen Erfahrung als Außenpolitiker. Zudem bringt er immer wieder seine militärische Expertise als hoch dekorierter Vietnamveteran ins Spiel. „Kerry ist für Leute, die von Dean enttäuscht sind, eine sichere Alternative“, sagt der Politikwissenschaftler Dennis Goldford von der Drake University in Iowas Hauptstadt Des Moines.

Edwards hat sich bisher geschickt aus dem innerparteilichen Clinch der Kandidaten herausgehalten und setzt auf seine optimistische Agenda: Eine flächendeckende Krankenversicherung und Steuererleichterungen für die Mittelklasse sind die Eckpunkte seines „Aufbruchs für Amerika“. Vor allem bei Frauen kommt der 50jährige Ex-Anwalt mit Kennedy-Appeal an.

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