Favorit der Wirtschaft
Mitte-Links-Politiker Garcia gewinnt Präsidentenwahl in Peru

In Peru hat sich mit dem Sieg des Ex-Amtsinhabers Alan Garcia bei der Präsidentenwahl der Linkstrend in Lateinamerika fortgesetzt. Bei einer Ansprache vor tausenden jubelnden Anhängern grenzte sich Garcia jedoch scharf von dem als Linkspopulist geltenden venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ab.

HB LIMA. Nach der Auszählung von 77 Prozent der Stimmen der Stichwahl am Sonntag entfielen auf den Mitte-Links-Politiker Garcia 55 Prozent der Stimmen. Sein Rivale, der Linksnationalist Ollanta Humala, räumte die Niederlage ein.

Chavez, der als Vorreiter einer Allianz linker Regierungen in Lateinamerika gilt, hatte sich zuletzt massiv für Humala eingesetzt, was zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Venezuela und Peru geführt hatte. Humala galt als Favorit der Hälfte der Peruaner, die in Armut leben. Der 57-jährige Anwalt Garcia wurde von der Wirtschaft favorisiert. Er hatte im Wahlkampf angekündigt, das Haushaltsdefizit bei einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts halten zu wollen.

„Heute hat Peru eine Botschaft der nationalen Souveränität ausgesandt und Versuche von Hugo Chavez vereitelt, uns in die expandierende Strategie seines militärischen und rückwärts gewandten Modells einzubeziehen“, sagte Garcia, der bei der Kundgebung mit einem weißen Taschentuch winkte - ein traditionelles Zeichen des Sieges seiner Partei APRA.

Die Anhänger Garcias feuerten zur Feier des neuen Präsidenten Feuerwerkskörper ab, bei zahlreichen Peruanern machte sich jedoch Katerstimmung breit. „Es ist ein trauriger Tag. Keiner der beiden ist ein guter Kandidat“, sagte die 45 Jahre alte Psychologin Ida Blanc nach ihrer Stimmabgabe für Garcia in einem gehobeneren Viertel Limas. Die letzte, von 1985 bis 1990 dauernde Amtszeit Garcias endete mit einer schweren Wirtschaftskrise des südamerikanischen Landes, Rebellen- Anschlägen und dem Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen.

Humala, dessen Partei die stärkste Fraktion in einem zersplitterten Parlament stellt, gestand seine Niederlage ein. „Wir erkennen das Ergebnis an und wir zollen unserem Gegner Alan Garcia unseren Respekt“, sagte Humala auf einer Pressekonferenz in Lima. Der 43-Jährige bekräftigte jedoch, an seiner im Wahlkampf versprochenen nationalistischen Revolution festhalten zu wollen. Damit wollte er vor allem den 49 Prozent der insgesamt 27 Mill. Peruaner helfen, die unterhalb der Armutsgrenze leben. So wollte er gegen die Interessen ausländischer Firmen im Land vorgehen und mehr Gewinne der Bergbaufirmen abschöpfen. Der derzeitige Präsident Alejandro Toledo durfte nach fünf Jahren im Amt nicht wieder kandidieren.

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