Favoritin auf IWF-Chefsessel Lagarde und der geplante Regelbruch

Christine Lagarde gilt als heißeste Anwärterin auf den Chefposten des IWF. Vor gut sechs Monaten hat Frankreichs Finanzministerin jedoch zugegeben, eine Rechtsbrecherin zu sein. Davon will sie nun nichts mehr wissen.
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Favoritin: Christina Lagarde. Quelle: Reuters

Favoritin: Christina Lagarde.

(Foto: Reuters)

Paris/WashingtonIm Tauziehen um die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn als Chef des internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Endrunde begonnen. Um Mitternacht (US-Zeit) lief die Bewerbungsfrist ab, damit gibt es ein Zweierrennen zwischen der französischen Finanzministerin Christine Lagarde und dem mexikanischen Notenbankchef Agustín Carstens.

Lagarde geht als Favoritin gegen Carstens in die Endrunde, die von Samstag an bis zum 30. Juni laufen soll. Bis dahin will der Verwaltungsrat seine Entscheidung über den künftigen Chef der Uno-Sonderorganisation getroffen haben. Viele meinen, dass hinter den Kulissen die Würfel schon zu ihren Gunsten gefallen sind. Doch es gibt auch Zweifel, die auf zwei Ursachen zurückzuführen sind.

Christine Lagarde ist Anwältin. Mit Gesetzen kennt sich Frankreichs Finanzministerin und Favoritin für den IWF-Spitzenjob also aus. Dennoch scheint sie ein lockeres Verhältnis zu Regelwerken zu haben. So gab Lagarde im vergangenen Dezember gegenüber dem „Wall Street Journal“ unumwunden zu, dass bei der Rettung Griechenlands die Euro-Zonen-Staaten ganz bewusst ihr eigenes Regelwerk missachtet hätten. „Wir verletzten alle Regeln, weil wir einig auftreten und wirklich die Euro-Zone retten wollten", sagte sie damals.

„Der Vertrag von Lissabon war eindeutig. Keine Rettungsaktionen“. Aber zu der „Übertretung“ des Lissabon-Vertrages habe es keine Alternative gegeben. Rund sechs Monate später steht Griechenland wieder vor dem finanziellen Abgrund. Und trotz ihrer bemerkenswerten Äußerungen scheint die Französin nach wie vor beste Chancen zu haben, die nächste Chefin des Internationalen Währungsfonds zu werden. Vermutlich lösten ihre Äußerungen im Dezember deshalb kein größeres Medienecho aus, weil sie in die Weihnachtszeit fielen.

Heute scheinen die Äußerungen vergessen. Und glaubt man Frankreichs Noch-Finanzministerin, dann glich ihre Werbetour für ihre Kandidatur einer Serie von Besuchen bei lieben Bekannten. In Indien zum Beispiel traf sie mit Finanzminister Pranab Mukherjee einen „Freund“, in China hatte sie mit dem dortigen Notenbank-Chef Zhou Xiaochuan eine „einvernehmliche und tiefgehende“ Debatte.

China und Indien noch zurückhaltend
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12 Kommentare zu "Favoritin auf IWF-Chefsessel: Frau Lagarde und der geplante Regelbruch"

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  • Und wieder kommt eine Bilderbergerin an einen TOP Posten. Komisch ist nur, dass Leute die dieses "unbedeutende" jährliche "Kaffekränzchen besuchen plötzlich immer so steile Karrieren machen. Sicher nur ein Zufall.

  • Guten Tag,.... Anstelle dieser Frau jetzt schon den Hintern ( wie vorher dem Juden ) zu kuessen;.... fragen Sie sie einmal bei Gelegenheit, wie es denn so mit der Geschichte um Bernard Tapie und den Millionen stehe ? Ich wette dass sich die Alte dann vor Schreck ins ( hoffentlich ) weisse Hoeschen macht. Es laeuft ein handfester Prozess gegen diese Lobbyistin wegen Beguenstigung. Besten Dank

  • Der Kommentator möchte wohl wieder die Einführung eines Volksgerichtshofes, er sollte mal Nachhilfe in Sachen Demokratie nehmen.

  • Statt China als Vorbild zu zitieren sollten Sie sich lieber an einer Direkten Demokratie orientieren. Wie wär es denn mit der Schweiz: Gut organisiert, einen ausgeglichenen Staatshaushalt und Wohlstand gerade wegen niedriger Steuern - an der demokratischen Reputation gibt es wohl keine Zweifel.

    Ich denke wir Deutschen sollten keine totalitären Systeme als Vorbild hernehmen. Das hatten wir doch schon. Besser wäre ein Versuch in Direkter Demokratie!!

    Ach ja bei einen Volksentscheid für oder gegen den Euro wären die Schweizer sicher bei ihren Franken geblieben. Genau wie die Deutschen. Aber "die Deutschen sind ja nicht Direkte - Demokratie - fähig" oder "die Direkte Demokratie funktioniert nur bei Kleinstaaten". Das sind alles Aussagen deutscher Politiker die sich selbstredend "gegen Volksentscheide entscheiden" würden.

  • Es ist skandalös. Jemand, der Verträge und Recht bricht, soll zurücktreten und sich schämen. Im nachhinein hat sie ja nicht den euro gerettet, was ihren Rechtsbruch rechtfertigen würde, sondern den Schlamassel nur verstärkt: GR ist noch mehr verschuldet, die EZB ist zur Bad Bank verkommen, genauso unglaubwürdig mit dem bad bank boss Trichet. Ich gfage, wie können die Finanzamateure (Juncker, Schäuble, Trichet, Lagarde, etc..) noch am Posten sein? Mit dem euro und dessen Rettung, die nur gelingen kann, wenn es eine dauerhafte Transferunion gibt, und die Steuerzahler der Geberländer weiter hinters Licht geführt werden, betrogen und ausgenommen, haben die eurokratischen Politiker jeden Anstand verloren. Sie tricksen, täuschen, lügen und betrügen. Wie können Merkel und Schäuble so jemand unterstützen? Die ganzen EU-Politiker sind lobbyistisch und korrupt. Lagarde wird weeitere Milliarden für die PIIGSZY-Rettung lockermachen, der deutsche Steuerzahler, dessen Kinder und Enkel werden diesen Schwachsinn ausbaden müssen. Warum fordern die EU-Bewohner keinen Volksentscheid in Sachen Euro und EU, dann wär der Spuk bals zu Ende.

  • Lagarde gehört vor Gericht! Allerdings vor eines, das vom Volk veranstaltet wird. Denn auf unsere Richter ist ja schließlich auch kein Verlass. Eine richtige Trennung von Legislative, Judikative und Exekutive haben wir doch schon lange nicht mehr. Alles nur Politfilz!

  • Also eigentlich ist es doch ziemlich egal wer was wird. Betrügen tun sie alle und wir haben doch schon lange nichts mehr zu sagen.
    Es wird doch mehr und mehr nach Gutsherrenart regiert, das dumme Volk ist gar nicht mehr vorhanden.
    Das erinenrt so an die DDR. Da gab es auch kein Volk für Ulbricht und später Honecker.
    Das Politbüro befahl und alle hatten das zu tun.
    Anders ist es doch zunehmend bei uns auch nicht mehr.
    Also lassen wir die Lagarde doch dahin gehen, da kann sie ja dann weitere Regeln brechen.

  • Das Allerschlimmste noch bleibt, daß alle ernsthaft zu glauben scheinen, was sie da alles verzapfen.

    Was die da anrichten: das Volk hat es gefälligt zu bezahlen.

    Wie eine Hinduhkuh steht es herum und wirkt irgendwie überflüssig.

    Das erstaunt schon in einer Demokratie.

  • Der Personalbestand der "Hölle auf Erden" scheint unerschöpflich, dort stehen sie an, rangeln um die Posten... Nichts scheint diese Typen davon abzuhalten, sich exponiert an solchen perversen Unternehmungen zu beteiligen, nicht einmal der Gedanken, sie könnten irgend wann von den Massen, welche sie belogen und betrogen haben, gelyncht zu werden und/oder als in höchtem Maße verachtenswert in die Geschichtsannalen einzugehen. Am wenigsten fürchten sie Ordentliche Gerichtsbarkeiten, die sie unmittelbar belangen könnten - welch eine "Zivilisation" umgibt uns?!

  • Ob man da den Bock zum Gärtner macht? Frankreichs Banken sind die am meisten in Griechenland investieren Banken Europas!

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