FCA-Direktor
Britischer Finanzaufseher sieht Brexit gelassen

Großbritanniens oberster Finanzaufseher sieht einem Brexit entspannt entgegen: Die Schweiz funktioniere auch gut außerhalb der Europäischen Union, sagt FCA-Chef Martin Wheatley. Größere Änderungen sieht er nicht kommen.
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LondonDer Chef der britischen Finanzaufsichtsbehörde hat die Folgen eines Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union für den Londoner Finanzmarktplatz heruntergespielt. Es gebe auch andere Modelle, die ebenso wie das bisherige Modell funktionierten, sagte der Generaldirektor der Financial Conduct Authority (FCA), Martin Wheatley, dem „Wall Street Journal“ von Dienstag. „Die Schweiz funktioniert mit einigem Erfolg außerhalb der Europäischen Union. Wir haben mit Erfolg außerhalb der Eurozone funktioniert, ebenso wie andere Länder“, sagte Wheatley.

„Es kann daher nicht gesagt werden, dass es kein Modell gibt, das funktionieren kann, doch ist es ein anderes Modell“, sagte der oberste britische Finanzaufseher. Wheatley merkte aber auch an, dass Großbritannien im Fall eines Austritts weiter gewisse Finanzmarktregeln anwenden müsse, die von den Europaskeptikern kritisch gesehen werden. Großbritannien werde sich wahrscheinlich freiwillig gewissen Regeln unterwerfen, sagte der FCA-Direktor. „Kurzfristig wird es nicht so viele Änderungen geben, wie man denken könnte.“

Der Großteil der Arbeitgeber in Großbritannien sowie der mächtige Finanzsektor in London warnen vor deutlichen Nachteilen für die britische Wirtschaft, sollte Großbritannien die EU verlassen. Premierminister David Cameron will die Briten bis Ende 2017 in einem Referendum über den Verbleib des Landes in dem Staatenbund abstimmen lassen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Vor dem heutigen Gerichtsurteil des EuGH hätte ich das auch so gesehen.

    Der EuGH hat aber festgestellt, dass der EZB hinsichtlich der Aufkaufäprogramme kein Riegel vorzuschieben ist. Wie wir jetzt sehen werden, werden alsbald die griechischen Anleihen abzuschreiben sein und es entstehen riesige Verluste in der EZB.

    Wenn die Aufkaufprogramme zum Standardprogramm der EZB gehören, dann dürfte demnächst die Verlustzuordnung anstehen. Wenn also diese Aufkaufprogramme "so normal" sind, dann werden die Britten sich auch daran beteiligen müssen. Schließlich ist die EZB nach diesem Urteil auch berechtigt brittische Anleihen aufzukaufen und dafür müsste dann Griechenland auch haften.

    Kurz:
    Es wird schön und die Frage ist zu klären, "in welche Richtung sich der Aal in der Pfanne dreht".

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