FDP-Experte warnt: Angst vor neuen Griechenland-Risiken

FDP-Experte warnt
Angst vor neuen Griechenland-Risiken

Die Griechenland-Risiken für den europäischen Steuerzahler sind offenbar höher als bisher bekannt. Grund sind Garantien für den griechischen Bankensektor in zweistelliger Milliardenhöhe.
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BerlinErst vor wenigen Wochen haben die Euro-Finanzminister das zweite Rettungsprogramm für Griechenland auf den Weg gebracht. Mit einem Kreditvolumen von etwa 130 Milliarden Euro wurde das krisengeschüttelte Land vor dem Staatsbankrott bewahrt. Die Einigung der Minister mit Griechenland war auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger wie Banken und Versicherungen an der Rettung des überschuldeten Landes, die letztlich umfassender auf Forderungen verzichteten als zunächst geplant. Dies war auch dringend nötig angesichts des ambitionierten Ziels, den Schuldenstand Griechenlands von derzeit mehr als 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 120,5 Prozent zu drücken.

Was allerdings in dieser Rechnung nicht berücksichtigt ist, sind zusätzliche Garantien des griechischen Staates für den heimischen Finanzsektor in Höhe von 50 Milliarden Euro. Das geht aus einer Handelsblatt Online vorliegenden Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Frage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler hervor.

Demnach gelten diese Garantien als so genannte Eventualverbindlichkeiten, wodurch sie nicht auf den Schuldenstand angerechnet werden. Dass daraus neue Risiken entstehen können, darauf weist Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter (CDU) in seinem Schreiben an Schäffler hin:  „Sollten die Garantien allerdings gezogen werden, würden die damit verbundenen Zahlungen Defizit und Schuldenstand erhöhen.“ Auch im Falle einer „Entschuldungsstruktur“ würde laut Kampeter „die betreffende Einheit (z.B. eine Bad Bank) vollständig dem Sektor Staat zugeordnet“. Konkret bedeutet dies: Sollten die vom griechischen Staat gestützten Finanzinstitute insolvent werden, würden die Verbindlichkeiten fällig werden und die öffentliche Schuldenlast würde infolgedessen zunehmen.

Wie Schäffler Handelsblatt Online erklärte, würden sich dann auch die Probleme für die europäischen Steuerzahler vergrößern. „Bei einem Ausfall der griechischen Banken trägt die Europäische Zentralbank das Risiko des Ausfalls - und mit 27 Prozent die Bundesbank und damit der Steuerzahler“, sagte der FDP-Politiker. Eine Abfederung durch die Griechenland-Rettungspakete sieht Schäffler nicht, da, wie er sagte, 50 Milliarden Euro bereits zur Rekapitalisierung der Banken dienten, um den Verlust aus den Abschreibungen bei den Staatsanleihen zu verkraften.

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EZB will Teil griechischer Banken nicht mehr refinanzieren

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  • Nur verblendeter Glauben an die eigenen Dogmen macht es möglich, dass versenktem schlechtem Geld auch noch massenhaft gutes hinterhergeworfen wird. Nur die unfähigsten SozPäds drängen sich dem auf, der sich nicht helfen lassen will. Nur keiner muss sich dann noch anpinkeln lassen!

    Ich will von den Griechen nichts, aber dann sollen sie auch nichts von mir wollen und mich mit ihrer infamen Viertes-Reich-Polemik verschonen. Nicht mehr Worte, nur noch Taten sollen zählen; wir brauchen ein Ultimatum: Entweder ihr geht im nächsten Vierteljahr aus dem Euro oder wir gehen.

  • @JasonArgonautis

    Ihre griechischche Seele und ihr "national-hellenischer Stolz" in allen Ehren, Sie müssen aber nicht weiter wie mit ihren Nachbarn in all den Jahren auch noch auf eure fettbäuchige "Alimentationsmama Deutschland" rumpinkeln- nachtreten.

    Ihr seid beim Betrügen doch nicht alleine. Dass nun die Nordeuropäer mit Verachtung auf EU bzw. auf euch herabschauen, müsst ihr um des Geldes Willen ohne seelische Ungleichgewichte verkraften. Die GR Oberklasse ist ja nicht mal bereit einen Teil des geraubten Geldes für euch zu stiften.
    Weit ist es mit Moral und Anstand in Neu-Griechenland ( Hellas ab 1900) wohl nicht mehr her. Die EU des billigen Geldes und all die "politischen Betrügereien a la Samaras als Aussenminister MItte der 90er " ( Sie verstehen meine Anspielung ? ) verdarb rasend schnell Volkes politschen Charakter.

    Sonne, Meer, paar Grundstückspekulationen mit dummen Engländern, Touristen auf der Meile , reicht nicht zum Überleben. Während euer Nachbar Türkei mit Riesenschritten industriell wegmarschiert und gelassen mit seinen Düsenjägern die Ölinseln überfliegt, muss ein Teil der ach so stolzen Griechen über die Taverne wieder auf Grossvaters Latifundie. So dreht sich das Rad der Geschichte. Passt tunichst auf, dass euch euere slawisch-orthodoxen "Geschäfts-Freunde" nicht das Hemd, nein, den Strand unterm Hintern wegersteigern.

  • Ein Beispiel gefällig zur Korruption und wie "man" Griechenland z. B. in die Pleite trieb?

    http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-u-boot-kauf-in-athen-ex-minister-verhaftet/6497984.html

    Na, wer hat sich da wohl den U-Boot-Kauf erstochen???

    Mir fehlt da inzwischen jedes weitere Wort dazu, echt.

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