FDP-Politiker Schäffler
„Draghi muss Finanzdeal-Verstrickungen offenlegen“

Um den Euro zu bekommen, soll Italien seine Staatsfinanzen geschönt haben – womöglich mit Hilfe von Mario Draghi. Der EZB-Chef arbeitete damals für das Finanzministerium in Rom. Der FDP-Mann Schäffler fordert Aufklärung.
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BerlinDer Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, hält es für unabdingbar, dass der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, seine Rolle bei den Derivategeschäften Italiens darlegt, mit deren Hilfe das Land seine Staatsfinanzen aufgehübscht und das Haushaltsdefizit gesenkt haben soll, um sich für den Euro zu qualifizieren. „Draghi muss die Karten offenlegen und seine Verstrickungen darlegen. Ansonsten wird er zur Belastung für den Euro“, sagte Schäffler Handelsblatt Online.

Italien habe anscheinend Vorbild für Griechenland gestanden, sagte Schäffler weiter. „Erst hat Italien, als Draghi beamteter Staatssekretär im Finanzministerium war, Derivate mit Investmentbanken gedealt, um das Defizit für den Euro zu schönen. Dann wechselt Draghi zu einer Investmentbank, und hievt Griechenland mit seinen italienischen Methoden in den Euro.“ Und als heutiger Chef der EZB schließlich klage er gegen die Veröffentlichung von Dokumenten zu diesem Vorgang, weil diese angeblich nicht im öffentlichen Interesse liege. „Hier ist wohl niemandem mehr klar, wo das private Interesse beginnt und das öffentliche aufhört“, sagte Schäffler.

Der Gipfel sei jedoch, so Schäffler weiter, dass „die maßgeblichen deutschen Entscheidungsträger“ davon gewusst und trotz der Zahlentäuschung dennoch sowohl Italien als auch Griechenland in den Euro aufgenommen hätten. „Diejenigen wollten sich im historischen Sonnenlicht der europäischen Einigung aalen, doch wir stehen heute vor dem Scherbenhaufen, den sie uns hinterlassen haben“, kritisierte der FDP-Politiker.

Wegen möglicher Milliardenverluste aus den Derivate-Deals in den neunziger Jahren sah sich das Finanzministerium in Rom zu der Aussage veranlasst, die Staatsfinanzen seien nicht gefährdet. Die „Financial Times“ (FT) und „La Repubblica“ hatten zuvor berichtet, dass die Geschäfte dem hoch verschuldeten Land etwa acht Milliarden Euro kosten könnten. Die EU-Kommission sprang der Regierung in Rom bei. „Nach den vorliegenden Informationen ändern die Zahlen nicht unsere Einschätzung vergangener oder künftiger Defizite in Italien“, sagte ein Sprecher in Brüssel.

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„Draghi muss Finanzdeal-Verstrickungen offenlegen“

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Draghi umschifft Stellungnahme

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Steigende Zinskosten machen Italien zu schaffen

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  • Wir müssen die Trojaner loswerden!


    >2.085.109.510.069 EURO Schulden<
    >>>Über 2085 Milliarden Euro<<<
    >>>>>fast 2,1 Billionen Euro<<<<<<

    CDUSPDGRÜNEFDPCSULINKE beweisen täglich,
    wie gefährlich sie sind!
    Die Korrupten beenden!
    Am besten ins Gefängnis, wo die meisten von denen hingehören!


    WIR HABEN UNSERE FREIHEIT GEERBT!“

    „JETZT MÜSSEN WIR SIE VERTEIDIGEN!“

    >>GEGEN CDUSPDGRÜNEFDPCSULINKE<<


    Schaun wir mal „wer wen abschafft“!

    September 2013 ist Zahltag!

    Da wird für den Zustands Deutschland die Quittung serviert!



    2.085.109.510.069 EURO Schulden

    Die Wahrheit über unsere Schulden
Berlin – Die deutsche Staatsverschuldung ist so hoch wie noch NIE zuvor
    Zu Beginn eines Jahres: fast 2,1 Billionen Euro (26 000 Euro/Kopf)! Übersetzt: Über 2085 Milliarden Euro.
    http://www.bild.de/politik/inland/schulden/die-wahrheit-ueber-unsere-schulden-31008378.bild.html

  • @Eddie

    Sie haben immer noch nicht begriffen, wie man mit Derivaten Casfhlows einfach verschieben kann. entweder sind Sie dazu geistig nicht in der Lage, oder Sie wollen einfach die Wahrheit nicht sehen. Wenn bei 31 Mrd. Nominalvolumen ein Verlust von 8 Mrd. im Raum steht, dann hat das mit Transaktionskosten rein gar nichts zu tun.

    (...)Aber das ist ja typisch für unsere Zeit. Nichtfachleute wollen den Experten erklären, was finanzpolitisch richtig oder falsch ist. Ekelhaft!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • So ein Unfug... Ein erfolgreicher Stuermer des Bayern Muenchen (Bsp.) kann sich kuenftig seinen Club aussuchen, denn eine bessere Referenz gibt es zur Zeit nicht, so etwas nennt sich auch Karriere. Mit GS ist es ebenso, die spielen auch in der 1. Liga. Falls besagter Stuermer z.B. zu Barcelona wechselt, wird er aber Tore fuer Barcelona schiessen, auch gegen Bayern Muenchen, obwohl er dort die meisten Spieler kennt und dort frueher einmal gespielt hat... Andere Bsp. waeren Ingenieur bei Porsche, Softwareentwickler bei Apple, etc., pp...

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