Fed-Chef
Bernanke macht sich locker

Erst schwänzt Ben Bernanke ein Notenbanker-Treffen, dann erklärt er sich für ersetzbar. Nun hält er auch noch witzige Reden. Der Chef der US-Notenbank Fed wirkt, als freue er sich auf einen ruhigeren Lebensabschnitt.
  • 4

New YorkWenn Ben Bernanke zum Mikrofon greift, hören Börsenhändler und Journalisten besonders genau hin. Schließlich könnte sich irgendwo zwischen den Zeilen, in einer Randbemerkung vielleicht, ein Hinweis verstecken. Ein winziger Tipp, ob die US-Notenbank Fed ihre Politik des billigen Geldes ändern könnte. Ein Wort ihres Vorsitzenden Bernanke, und die Finanzmärkte drehen durch.

Das gilt auch für Bernankes eigene Zukunft. Der 59-Jährige – auch das freilich nur eine unbestätigte Annahme – gilt als zunehmend amtsmüde. Im Januar 2014 läuft seine zweite Amtszeit aus, und viele in Notenbank, Politik und an der Börse glauben: Der Fed-Chef hat nach bald acht turbulenten Jahren genug.

Bernanke selbst achtet peinlichst darauf, keine Hinweise über seine Pläne zu geben. Entsprechende Fragen blockt er stets ab. Am Sonntag aber, bei einer Rede vor Absolventen der Elite-Uni Princeton, wehrte er sich mit einem für die öffentliche Person Bernanke ungewohnten Mittel: Humor.

„Hi“, grüßte dort ein gut aufgelegter Notenbankchef von einer Kanzel herab die Studenten – und konterte gleich zu Beginn das heißeste Gerücht um seine Zukunft: Dass er demnächst in seinen alten Job zurückkehren will, als Wirtschaftsprofessor in Princeton. Den hatte er 2002 nach 17 Jahren aufgegeben, um in den Gouverneursrat der Fed einzuziehen.

„Ich habe kürzlich einen Brief geschrieben und mich nach dem Status meiner Freistellung von der Universität erkundigt“, sagte also Bernanke. „Der Brief, den ich zurückbekam, begann mit den Worten: ,Bedauerlicherweise erhält Princeton deutlich mehr qualifizierte Bewerbungen für Fakultäts-Stellen als wir unterbringen können.“

Kommentare zu " Fed-Chef: Bernanke macht sich locker"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der letzte ehrenwerte Notenbankchef in den USA war Henry Kaufman - er hatte das was die anderen nie hatten: Moral, Ehrlichkeit, Unbestechlichkeit, extrem viel know how und viel Mut. Schau ich in die Fratzen unserer EZB Mitglieder wird mir kotzübel.

  • Nachdem er eine Atombombe unter die Finanzmärkte gelegt hat wird er amtsmüde - der Vollidiot hat einfach erkannt was er mit seiner Niedrigzinspolitik angerichtet hat. Draghi ist sein Spezi - auch er wird eines Tages zur Rechenschaft gezogen.

  • Der Hintergrund dieses Abschiedes -
    das Werk ist vollbracht. Die Welt ist genügend infiziert mit dem wertlosen Fiat-Money Dollar.
    Eine demnächst erfolgende Anhebung der Zinsen lößt eh den weltweiten Chrash aus - geplanterweise !
    Höchtwahrscheinlich wird dann sogar das FED Privatbanksterkartell aufgelößt. Es ist vollbracht.
    Im Hintergrund brodelt es und in Amerika wartet die FEMA auf ihren Einsatz ....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%