Fehlende Sicherheit hemmt den Wiederaufbau des Iraks
Wirtschaft hängt noch lange am Tropf der Geber

Die Wirtschaftsaussichten des Landes sehen auch ein Jahr nach Beginn des Irak-Kriegs gemischt aus. Einerseits gibt es spürbare Fortschritte, etwa beim Wiederaufbau der irakischen Wasser- und Stromversorgung. Andererseits hemmen aber vor allem die ungenügende Sicherheitslage und die noch ausstehende Übergabe der politischen Macht an die irakische Regierung die Bemühungen, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

BERLIN. Angesichts des desolaten Zustands der irakischen Ölindustrie sind sich die meisten Beobachter einig, dass das Land noch für etliche Zeit erhebliche Summen der internationalen Gemeinschaft benötigt, um auf die Beine zu kommen. So schätzen internationale Finanzorganisationen wie die Weltbank den Bedarf bis 2007 auf rund 55 Mrd. Dollar.

Alleine in der Ölindustrie sind rund 8 Mrd. Dollar an Investitionen nötig, damit das Land mit den zweitgrößten Ölreserven der Welt wieder die frühere Fördermenge von 3,3 Mill. Barrel pro Tag und damit ein eigenes stabiles Einkommen erzielen kann. Allerdings wird geschätzt, dass der Modernisierungsprozess noch gut zehn Jahre dauern dürfte.

Die bisherigen internationalen Zusagen reichen dabei kaum aus: Zwar haben die USA im vergangenen Jahr 18,4 Mrd. Dollar für mehr als 2000 Projekte bereitgestellt. Doch an multilateralen Hilfen sind gerade einmal Zusagen von 1 Mrd. Dollar zu Stande gekommen. Wichtiger ist die bilaterale Hilfe, etwa von Japan, das 1,5 Mrd. Dollar zugesagt hat. Deutschland und Frankreich wollen sich um Bereiche wie Wasserwirtschaft oder Aus- und Fortbildung kümmern. Angesichts von Auslandsverbindlichkeiten von geschätzten 175 Mrd. Dollar ist zudem eine großzügige Um- bzw. Entschuldung des Landes dringend.

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