Fehmarnbelt-Tunnel Umstrittenes Bauprojekt soll im Sommer 2020 starten

Die Planungen für den milliardenschweren Fehmarnbelt-Tunnel sollen ohne weitere Verzögerungen fortgesetzt werden können. Der erste Spatenstich soll im Sommer 2020 erfolgen. Umweltschützer kritisieren das Projekt.
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Auf einer Luftaufnahme ist der Fehmarnbelt zwischen Puttgarden auf der Insel und dem dänischen Rödby (Lolland) zu sehen. Trotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen soll der erste Spatenstich im Sommer 2020 erfolgen. Quelle: dpa
Belt zwischen Fehmarn und Rödby

Auf einer Luftaufnahme ist der Fehmarnbelt zwischen Puttgarden auf der Insel und dem dänischen Rödby (Lolland) zu sehen. Trotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen soll der erste Spatenstich im Sommer 2020 erfolgen.

(Foto: dpa)

KopenhagenBeim Bau des Milliardenprojekts Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark gehen beide Länder nicht von weiteren Verzögerungen aus. „Es wird ein halbes Jahr Verspätung geben, aber wie es aussieht, nicht mehr als das“, sagte der dänische Verkehrsminister Ole Birk Olesen nach einem Treffen mit seinem schleswig-holsteinischen Amtskollegen Reinhard Meyer (SPD) am Dienstag in Kopenhagen. Der erste Spatenstich könnte nach jetzigem Zeitplan im Sommer 2020 erfolgen. Der rund 18 Kilometer lange Tunnel soll Deutschland mit Skandinavien verbinden und die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen auf 2,5 Stunden verkürzen. Nach Angaben der Planer ist es der weltweit längste Tunnel dieser Art für Züge und Autos.

In Dänemark ist der Tunnel bereits genehmigt. In Deutschland läuft das Planfeststellungsverfahren, das 2018 abgeschlossen sein soll. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gegner der Fehmarnbelt-Querung klagen, ist leider relativ hoch“, sagte Meyer. Bis zu einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig könnten weitere zwei Jahre vergehen. Die Gegner befürchten vor allem starke Beeinträchtigungen der Umwelt, Fährbetreiber bangen um ihre Existenz.

Diese Bausünden kosten den Steuerzahler Milliarden
Sign is fixed next to main terminal at construction site of Berlin Brandenburg international airport Willy Brandt in Berlin
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Flughafen Berlin Brandenburg (BER)

Massiv rügt der Bund der Steuerzahler das Missmanagement des neuen Großflughafens. Die Geschäftsführung beschäftige sich mit sich selbst und legt sich durch Fehden Steine in den Weg, statt sie zu verbauen, so der Bund der Steuerzahler. Alles in allem werden demnach durch das BER-Debakel entstandenen Kosten weit über die Planmarkt von 2,4 Milliarden Euro hinauswachsen und am Ende gar fünf Milliarden Euro überschreiben.

Uniklinik düsseldorf2
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ZOM, Uniklinik Düsseldorf

Seit drei Jahren fertig, ist das Zentrum für Operative Medizin II (ZOM) der Universitätsklinik Düsseldorf für Ärzte und Patienten immer noch geschlossen. Die Gründe sich vielfältig: Zu lange Planungsphase und viele Umplanungen sind schuld und ließen die Kosten um fünf Millionen Euro anwachsen. Allein für Heizung, Reinigung und technische Wartung müssen die Steuerzahler etwa zwei Millionen Euro jährlich zahlen.

Forschungsinstitut Riems
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Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Riems

Seit 2006 wird an dem Gebäudekomplex auf der Ostseeinsel gebaut, der erheblich teuer wird als geplant: 280 Millionen Euro sollten es ursprünglich sein, jetzt sind es 340 Millionen, die unter anderem in die 89 Labore und 163 Stallungen fließen.

Duisburger Museum Küppersmühle
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Museum Küppersmühle, Duisburg

So sieht es aus, allerdings nur in der Computersimulation: In Dusiburg ist die Erweiterung des Museums Küppersmühle bereits fertig. Der Bund der Steuerzahler hat die Stadt und die Gebag auf Auskunft verklagt, weil sie die Kosten nicht hätten nennen wollten. Der Bund der Steuerzahler geht davon aus, dass das Kapitel auch in den folgenden Jahren im Schwarzbuch seinen Platz haben wird. Bei der spektakulären Museumserweiterung sollte ein 55 Meter langer Stahlquader als „neues Wahrzeichen des Ruhrgebiets“ auf die ehemalige Getreidemühle gesetzt werden. Der Entwurf stammt von dem Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron, das auch die Elbphilharmonie in Hamburg projektiert hatte.

Deutsches Theater München
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Deutsches Theater, München

Aus dem Ruder gelaufen sind laut dem Bund der Steuerzahler auch die Kosten für die seit 2008 andauernde Sanierung des Deutschen Theaters in München (hier Archivfoto). Der Münchener Stadtrat hatte dafür ursprünglich ein Budget von 79,5 Millionen Euro genehmigt, mittlerweile ist das Projekt mit 94 Millionen veranschlagt. Schuld an der Kostenexplosion sind unter anderem zusätzliche Baumaßnahmen und eine Angleichung der Kosten an das aktuelle Preisniveau.

Bahnhof_Werdohl
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Bahnhof, Werdohl

Auch in der Provinz kann es teuer werden. Ursprünglich sollte die Sanierung des Bahnhofes in Werdohl (Foto) knapp zwei Millionen Euro kosten. Dort sollten unter anderem das Stadtarchiv, das Stadtmuseum und eine Reihe von Gastronomen und Kultureinrichtungen einziehen. Mittlerweile geht man laut Bund der Steuerzahler schon von drei Millionen Euro Kosten aus. Im ersten Gutachten von 2007 seien wesentliche Kostenaspekte, etwa Denkmalschutzauflagen, nicht berücksichtigt worden.

(Bild. Wikipedia/Stefan Flöper)

BND-Zentrale Berlin
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Zentrale des Bundesnachrichtendienstes, Berlin

Vom beschaulichen Pullach sollte der Bundesnachrichtendienst (BND) in die Hauptstadt ziehen. 2006 war Baubeginn, fertig sind die Gebäude (hier eines im Bild) bis heute nicht. 720 Millionen Euro sollten sie ursprünglich kosten, mittlerweile sind es 912 Millionen Euro.

Im Dezember hatte Meyer bekanntgegeben, dass sich der Startschuss für das Projekt um ein halbes Jahr verzögert. Die Ungewissheit im deutschen Planungsprozess hatte zu Verstimmungen bei den Dänen geführt, die die Kosten für den Tunnel zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødbyhavn in Dänemark tragen. Deutschland muss für die Hinterlandanbindung auf der eigenen Seite zahlen.

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