„Feindbild Europa“
Rechtspopulistische Parteien legen europaweit zu

Rechtspopulistische Parteien gewinnen in Europa immer mehr an Boden. Neben Fremden- und Islamfeindlichkeit gehört mittlerweile auch das „Feindbild Europa“ zum festen Repertoire der Parteien.
  • 19

BerlinFachleute beobachten mit Sorge einen Aufstieg rechtspopulistischer Parteien in Europa. „Rechts- und nationalpopulistische Parteien konnten sich fast überall in Europa als relevante politische Kräfte etablieren“, heißt es in einer Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Dies gehe zulasten aller traditionellen Parteien. Der Erfolg der EU-Gegner sei bemerkenswert, und rechtspopulistische Parteien spielten dabei eine Vorreiterrolle.

Zusätzlich zu Elitenkritik, Fremden- und Islamfeindlichkeit zeichneten sie ein „Feindbild Europa“. Dies beeinflusse etablierte Parteien in der EU, die Parteienlandschaft in vielen europäischen Ländern verändere sich dauerhaft. „Nationale Politik und Europapolitik stehen in vielen Ländern durch die harten Forderungen von Rechts- und Nationalpopulisten unter Druck“, schreiben die Studienautoren.

Um solchen Tendenzen entgegenzutreten, raten sie unter anderem dazu, komplexe Sachverhalte in der Europapolitik verständlich zu erklären, die Vorteile der Europäischen Integration klar herauszustellen und die Botschaften der Rechtspopulisten durch direkte thematische Auseinandersetzung zu „entzaubern“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Feindbild Europa“: Rechtspopulistische Parteien legen europaweit zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was ist in Deutschland Recht und rechts?
    Keine Partei hat im letzten Bundestagswahlkampf so klar die Ziele formuliert wie die AfD und hat diese auch auf den Plakaten vermittelt. Die übrigen Parteien haben mit Phrasen und dehnbaren Begriffen die Wähler eingelullt, ohne sich auf klare Ziele festzulegen. Die einzige konkrete Aussage der Kanzlerin war, "es gibt keine Maut". Alles andere entscheidet sie dann situationsbezogen, was alternativlos ist. Der Bürger wird wieder vier Jahre ausgeblendet. Letzter Wahlkampf, Verlängerung der KKw-Laufzeiten, plötzlich während der Regierungszeit alternativlos Verkürzung der Laufzeiten. Wer kritisch die Entwicklung der Eurozone kommentiert, gilt als europafeindlich, populistisch und bei den meisten Medienvertretern als politisch rechts. Während der deutsche Staat peinlich genau auch die unsinnigste Parkraumbewirtschaftung oder Überchreitung der Parkzeiten mit Geldstrafen belegt, akzeptiert er, wenn die Rechtsgrundlagen des Eurosystems systematisch verletzt werden. Wer die Einhaltung dieser vereinbarten Gesetze oder sollte man besser sagen, Spielregeln einfordert, gilt als Spielverderber, egoistisch, populistisch, rechts und ist noch verantwortlich für die hohe Arbeitslosigkeit in den südlichen Euroländern. Mit dieser agressiven Stimmungmache möchte man die Leute mundtot machen, die die Fehler des Systems analytisch aufzeigen - siehe Sarazin. Am einfachsten, man setzt diese Kritiker gleich mit europafeindlich, dann hat man den Schwenk zu rechtspopulistisch geschafft Keiner der Eurokritiker hat sich bisher gegen die Europäische Union ausgesprochen, wohl aber gegen die Arbeit der zweifelhaft demokratisch legitimierten Arbeit der Brüsseler Büokratie. Fairerweise sollte man vergleichen, was Deutschland für Opfer für die Rettung der europäischen Banken imm Euro-Raum im Vergleich für die Integration der neuen und zukünftigen EU-Mitglieder.
    Der deutsche Michel wird für eine Währung in Haft genommen, über die er nicht abstimmen durfte.

  • ".... Europapolitik verständlich zu erklären..."

    Der politische Einheitsbrei, den man in Europa anwendet, ist verantwortlich, für diese ernste, negative Entwicklung !

    Diese "Politik" wurde/wird nicht für den normalen EU-Bürger gemacht. Für gierige Lobby-Gruppen, damit abgezockt werden kann !

    Ganz pervers, der Lohn-Dumping-Vandalismus innerhalb der EU ! Ein Beispiel für viele kranke Entwicklungen !

    Man hat ein unantastbaren "ADELSTAND" in Brüssel geschaffen !

    Dieses Europa will ich nicht, sondern ein Europa für den EU - Bürger und nicht für den krimi.... Lobbyismus !!!

  • @Ich_kritisch
    Sie bringen es auf den Punkt! Danke für ihr Kommentar! Volle Zustimmung meinerseits! EUROPA = Vielfalt! EUROPA NICHT GLEICHMACHEREI! Das gleichmachen geht auch nicht mit den Europäern! Die Bürger Europas wollen ihre Eigenheiten und Kulturen behalten und wenn dies rechtspopulistisch ist, dann bin ich VOLL DAFÜR!
    Nur der Sozialismus und die Diktatur einer Ideologie leben von der Gleichmacherei/Gleichschaltung!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%