Felipe VI.
„Eine erneuerte Monarchie für eine neue Zeit“

Der neue spanische König, Felipe VI., steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe: Er soll das Land einen und die Monarchie erneuern. Vor allem die jungen Spanier haben kaum noch Vertrauen in das Königshaus.
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MadridNur einen Tag nach dem frustrierenden 2:0 gegen Chile in der Fußball-WM hat Spanien nun einen neuen König. Seit 00.00 Uhr an diesem Donnerstag ist Felipe VI., Sohn des gestern abgedankten Juan Carlos I., Staatsoberhaupt des Königreichs Spanien. Ein Land, dass sich aus der schwersten Wirtschaftskrise der demokratischen Geschichte herausarbeitet, in dem noch immer mehr als ein Viertel der Erwerbsbevölkerung vergeblich einen Job sucht, in der die Hälfte der Jugendlichen arbeitslos ist, und in der alle Institutionen einen schweren Glaubwürdigkeitsverlust erlitten haben.

Das staatliche Meinungsforschungsinstitut CIS gibt in seinen regelmäßigen Umfragen einen zuverlässigen Indikator der Stimmung. Auf einer Skala von null bis zehn, wobei zehn „höchstes Vertrauen“ ausdrückt und null „gar kein Vertrauen“, bewerteten die Spanier das Königshaus zuletzt mit gerade mal 3,72. Einziger Trost: Andere Institutionen wie die Regierung (2,45), die politischen Parteien (1,8), die Kirche oder auch die Justiz werden noch deutlich schlechter bewertet.

Kritisch sind allem die jungen Spanier. Sie haben weder die Franco-Diktatur noch die schwierigen Übergangsjahre zur Demokratie danach miterlebt haben, die sogenannte „Transición“, als die Militärs noch einmal mit einem missglückten Staatsstreich versuchten, den Lauf der Geschichte zurückzudrehen. Das war der Tag, an dem sich Juan Carlos I., der seit kurzem ehemalige König von Spanien, den Respekt der Spanier verdiente, als er die Aufständischen in ihre Schranken wies und den Fortgang der Demokratisierung garantierte.

„Felipe wird es nicht ganz so schwer haben wie sein Vater, denn die Feinde seines Vaters hatten Panzer“, sagt jemand, der beide gut kennt. Spanien, und damit sein neues Staatsoberhaupt, steht großen Herausforderungen gegenüber. Die immer stärkere Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien vor allem. Weder der Regionalpräsident von Katalonien, Artur Más, noch der baskische Regionalpräsident beklatschten den neuen König im Parlament, schüttelten ihm aber immerhin nach der Zeremonie die Hand.

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