Fernsehansprache
Bush stimmt auf längeren Irak-Einsatz ein

In seiner Fernsehansprache hat Präsident George W. Bush die US-Bürger auf die Verlängerung des Irakeinsatzes eingestimmt. Statt des von den Demokraten und von weiten Teilen der Bevölkerung geforderten raschen Abzugs der Truppen, kündigte er an: Nur wenige Soldaten kehren vor Weihnachten heim. Seine politischen Gegner zeigen sich empört.

HB WASHINGTON. Bush habe einen „Status-quo“-Plan vorgestellt, erklärte die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Bushs angekündigte langfristige Beziehung zur Regierung in Bagdad sei darauf gegründet, „unsere Soldaten für mindestens zehn Jahre mitten in einem tödlichen Bürgerkrieg zu lassen“.

Bush kündigte am Donnerstagabend eine schrittweise Reduzierung der US-Truppen im Irak auf gut 130 000 Mann an, sprach sich zugleich aber für eine langfristige Unterstützung der Regierung in Bagdad aus. Mit diesen Plänen seien die USA wieder da, wo sie schon im Juni 2006 gewesen seien, kritisierte der Präsidentschaftsbewerber Barack Obama. Allerdings sei diese Situation mit „zusätzlichen 30 000 Soldaten (im Irak) und einem enormen Opfer“ herbeigeführt worden. „Wir haben politisch keinen Fortschritt erzielt“, sagte Obama.

Seine innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton sagte, Bush habe den Menschen versprochen, dass in einem Jahr die gleiche Zahl von Soldaten im Irak stationiert sein werde wie bereits vor einem Jahr. „Das ist einfach zu wenig und zu spät.“ Der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid, erklärte, nach fast fünf Jahren habe Bush nur das verkündet, was bereits die ganze Zeit zu hören sei. „Es ist weder ein Fortschritt, noch ist es die Strategie für Erfolg, die unsere Truppen verdienen“, sagte Reid. Auch der Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, kritisierte, nach Bushs Vorschlag stehe man im Juli kommenden Jahres da, wo man schon im Januar dieses Jahres gewesen sei.

Bush will bis Weihnachten die ersten 5 700 Soldaten nach Hause holen. Nachdem er die Truppen Anfang des Jahres um 30 000 Mann aufstocken ließ, sind derzeit 168 000 US-Soldaten im Irak stationiert, mehr als jemals zuvor seit Kriegsbeginn. Mehr als 3 700 amerikanische Soldaten kamen bislang im Irak ums Leben.

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