Fernsehdebatte der Republikaner Ende der Schonzeit

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Als der 52-Jährige die Frage beantworten sollte, ob Jesus Christus für die Todesstrafe sein würde, reagierte Huckabee mit dem Satz: „Jesus war viel zu klug, um für ein öffentliches Amt zu kandidieren“. Und heftige Anwürfe seiner Konkurrenten, er habe als Gouverneur von Arkansas Kindern von illegalen Einwanderern zu verbilligten Studiengebühren verholfen, parierte er mit der Bemerkung: „Bei allem Respekt – aber wir sind ein besseres Land, als dass wir die Kinder für die Fehler ihrer Eltern büßen lassen würden“. Huckabee genoss in vollen Zügen das Image des Außenseiters, der am Ende vielleicht sogar der lachende Dritte sein könnte.

Dass jedoch abgesehen von Huckabee noch ein anderer dem Spitzenduo Giuliani/Romney die Suppe versalzen könnte, ist schwer vorstellbar. So kann der aufrichtige John McCain bislang viel weniger als erwartet davon profitieren, dass es militärische Hoffnungszeichen im Irak gibt. Fred Thompson, der spät in das Rennen eingestiegen war, kompensiert mit entschlossener Mimik fehlende Klarheit in seinen Aussagen – und wirkt stets so, als bewege er sich bei jeder Frage auf dünnstem Eis.

Bleibt noch der libertäre Ron Paul, der Vernünftiges – etwa zum Irak – mit Unvernünftigem – Ausstieg der USA aus nahezu sämtlichen internationalen Organisationen – mischt, und sich damit im Grunde disqualifiziert. Interessant wird deshalb, wem im Lauf der Vorwahlen jene Stimmen zufallen, die bislang für Thompson und McCain deklariert werden. Sollte etwa Huckabee aus dem Thompson-Potenzial schöpfen können, wäre für den Liebling vieler amerikanischer Christen noch einiges zu holen.

Kurz nach dem zweistündigen Marathon hatte die CNN/YouTube-Debatte dann auch noch ihren Mini-Skandal. Denn ein Fragesteller zur Diskussion über Homosexualität in der Armee, der die Kandidaten in Bedrängnis brachte, stellte sich als Aktivist im Team von Hillary Clinton heraus. Den Rechercheuren von CNN war dieser Hintergrund ganz offensichtlich entgangen. Zuvor hatte wieder Huckabee den besten Moment: Gefragt, wie er zur geplanten Mars-Mission der USA stehe, empfahl er als erste Kandidatin für den knapp dreijährigen Flug: Hillary Clinton.

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